Der Chor überzeugte vor allem durch einen sehr festen Stimmkorpus. Foto: Stefanie Schlecht

Das 20-jährige Bestehen des Kreisjugendorchesters wurde in der Böblinger Kongresshalle gebührend gefeiert – mit einem Gastchor und einem vielfältigen Programm.

Zum Schluss standen alle: Landrat Roland Bernhard, der Mädchenchor aus Mainz, die MusikerInnen des Kreisjugendorchesters und das Publikum in der beachtlich gut besuchten Kongresshalle. Anlass war das 20-jährige Bestehen des Kreisjugendorchesters (KJO), das 32 Musikgruppen als Mitglieder hat. Dieses Jubiläum wurde mit vielen Tönen, ausführlicher Moderation und Präsenten angemessen drei Stunden lang gefeiert. Die freundschaftliche Verbindung zwischen den Mainzerinnen und dem Kreisjugendorchester besteht seit 2019 und zeitigte jetzt ein Ergebnis, bei dem über 100 MusikerInnen Großartiges leisteten und viel Freude bereiteten - auch sich selbst.

 

Das Repertoire des Mädchenchors reichte von dem mittelalterlichen Choral von Hildegard von Bingen über Renaissancemusik von Palestrina bis hin zu den herrlichen Klängen des jung verstorbenen Romantikers Felix Mendelssohn-Bartholdy. Besonders flott war die Eigenkomposition des Dirigenten Michel Kaltenbach, der den Gospelklassiker „Joshua fit the battle of Jericho“ für einen Mädchenchor arrangiert hatte, berühmt auch durch Mahalia Jackson und Elvis Presley. Die in freundlichem Hellgrau gekleideten Mädchen proben einmal die Woche und haben darüber hinaus noch jeweils einzeln Stimmbildung. Und diese professionelle Arbeit machte sich in einem exzellenten Klang bemerkbar. Die Intonationssicherheit, also die Präzision, einen Ton genau zu treffen, war großartig. Die Klangfarben erblühten trotz des fehlenden Bariton- und Bassfundaments vielgestaltig. Der Chor überzeugte vor allem durch einen sehr festen Stimmkorpus, der zu einer beachtlichen musikalischen Präsenz im Ausdruck führte. Anmoderiert wurden die Stücke von Annika Berger.

Akustik des Europasaals wurde nachhaltig getestet

Nach diesem kirchenmusikalischen Auftakt legte dann das ebenso stark besetzte Kreisjugendorchester unter der Leitung von Thomas Scheiflinger los. In dieser zweiten Programmhälfte erklang recht viel repräsentative Musik. Die Akustik des Europasaals wurde nachhaltig getestet. Auf dem Programm standen unter anderem zwei Mal bekannte Filmmusiken von Ennio Morricone. Gesangssolistin am Verstärkungsmikrofon war Elsa Richter. Die Moderation übernahm Pia Lindemann.

Dem Anlas angemessen gab es die Uraufführung einer Eigenkomposition der 19-jährigen Bondorferin Melissa Flettner, Hornistin im KJO: „Glory of the village“, ein attraktives Stück mit verschiedenen Rhythmen und Klangfarbenmischungen, das besonderen Applaus erzielte.

Jugendkapelle Grafenau gewinnt Wettbewerb

Zum gemeinsamen Finale gesellten sich dann die Gastsängerinnen zum KJO. Trotz der noch stärkeren Musikerzahl gab es erstaunlich viele Abstufungen im Klangvolumen. Nach den Kompositionen von Josef Rheinberger (Gloria) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (Laudate pueri) gab es Ausklang noch einmal knackige Filmmusik, zu „La califfa“ von Morricone und die Musik zu dem Film „Perseus“ des Japaners Satoshi Yagisawa.

Die Veranstalter hatten im Vorfeld einen Wettbewerb auf Instagram online gestellt. Gewonnen hat ihn die Jugendkapelle Grafenau: sie hatte mit den meisten Zuhörern das Konzert besucht. Sie darf mit dem KJO im nächsten Jahr ein Stück aufführen.