Beim Zensus 2022 sind Fehler passiert, die den Kreis Ludwigsburg jährlich Millionenbeträge kosten. Darüber sind sich inzwischen alle einig. Warum es dennoch keine schnelle Lösung gibt.
Viele Millionen Euro gehen dem Landkreis Ludwigsburg aufgrund des fehlerhaften Zensus von 2022 jedes Jahr verloren. Große Hoffnungen hatten die beteiligten Bürgermeister und der Landrat Dietmar Allgaier in gemeinsame Gespräche beim Finanzministerium vor einigen Tagen gesetzt. Doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Zwar besteht inzwischen Einigkeit darüber, „dass beim Zensus 2022 Fehler passiert sind“, berichtet der Landrat. „Und dass diese erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die betroffenen Kommunen und den Landkreis haben. Eine schnelle und einfache Lösung ist jedoch nicht in Sicht.“
Kreis „verliert“ zahlreiche Einwohner
Beim Zensus wird – stichprobenartig – ermittelt, wie viele Menschen in einer Kommune leben. Daraus ergibt sich, wie viel Geld jede Kommune später aus dem Finanzausgleich bekommt, von dem steuerschwache Kommunen profitieren. Laut dem Zensus von 2022 haben mehrere Orte im Kreis Ludwigsburg angeblich viel weniger Einwohner als gedacht – bekommen also auch weniger Geld.
Dass damals, wie es die betroffenen Kommunen es den Verantwortlichen vorwerfen, unsauber gearbeitet wurde, scheint nun also bestätigt worden zu sein. Etwa 800 Prüffälle blieben bis zum Abschluss der Erhebung unbearbeitet – was die gravierende Diskrepanz zu den offiziellen Zahlen der Meldeämter aus Sicht der Betroffenen erklärt. Das Problem ist: „Jede Korrektur hat Auswirkungen auf alle Kreise und Kommunen in Baden-Württemberg“, so Allgaier. Denn das Geld aus dem Finanzausgleich ist begrenzt. Es gibt einen festen Topf, der prozentual aufgeteilt wird.
Suche nach Lösungen ist komplex
„Das macht die Suche nach einer Lösung komplex, darf aber nicht dazu führen, dass die Betroffenen auf dem Schaden sitzen bleiben“, betont der Landrat. Auch die Gespräche mit dem Finanzministerium sollen fortgeführt werden.
Denn die Auswirkungen sind laut Dietmar Allgaier gravierend: Der Landkreis Ludwigsburg rechnet ab 2026 mit jährlichen Mindereinnahmen von rund zwölf Millionen Euro im kommunalen Finanzausgleich. „Für die betroffenen Kommunen im Kreis summieren sich die Verluste über einen Zeitraum von zehn Jahren auf einen dreistelligen Millionenbetrag.“