Der Prozess um die Einbrüche war ursprünglich bis Januar 2026 terminiert. Foto: Nicolas Armer/dpa

Drei Männer sollen mehr als 360 000 Euro Beute gemacht haben. Vor Gericht einigten sich die Beteiligten auf Strafrahmen – das Verfahren beschleunigt sich deutlich.

Der bis Mitte Januar terminierte Prozess am Landgericht Heilbronn um eine Einbruchserie in den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn dürfte sich erheblich abkürzen. Am zweiten Prozesstag einigten sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Strafrahmen für die drei Angeklagten im Alter von 26, 30 und 50 Jahren. Für Ersteren wurde im Falle eines Geständnisses ein Strafkorridor von sechs Jahren und neun Monaten bis sieben Jahre und drei Monaten vereinbart. Der 30-Jährige kann mit einem Rahmen von fünf Jahren und neun Monaten bis sechs Jahren und drei Monaten rechnen. Für den 50-Jährigen wurde ein Strafrahmen von sechseinhalb bis sieben Jahren vereinbart.

 

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern vor, sich im Herbst 2023 zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um sich durch Einbrüche in Wohn- und Geschäftshäuser in den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn in den dunklen Wintermonaten 2023 und 2024 eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen. Das Trio sei im November und Dezember jeweils von ihrer Wohnung in Ludwigsburg losgefahren, anfangs mit einem VW Passat, später mit einem Hyundai mit italienischen Kennzeichen. Fahrer soll der 30-Jährige gewesen sein, der seine beiden Mitangeklagten zu den jeweiligen Objekten gefahren und vom Auto aus beobachtet habe, ob den beiden Komplizen Gefahr gedroht habe.

Wie hoch hoch war die Beute?

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat das Trio insgesamt 38 Taten des Wohnungseinbruchsdiebstahls und schweren Bandendiebstahls begangen. Dabei sollen die drei Angeklagten Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 360 000 Euro erbeutet haben. Den durch die Einbrüche verursachten Schaden beziffert die Anklagebehörde auf rund 65 000 Euro. In die Wohnungen drangen die Männer laut Anklage ein, indem sie Fenster und Türen aufhebelten.

Wo waren die Einbrüche?

25 der insgesamt 38 Taten fanden im Landkreis Ludwigsburg statt, die restlichen im Landkreis Heilbronn. Allein siebenmal soll das Trio in Steinheim und seinen Teilorten zugeschlagen haben, je fünf Einbrüche haben laut Anklage in Pleidelsheim und Oberstenfeld stattgefunden. Die größte Beute soll das Trio bei einer Tat in Pleidelsheim gemacht haben, dort seien Schmuck und Münzen im Gesamtwert von 50 000 Euro gestohlen worden sein. Bei einem Einbruch in Heilbronn, bei dem drei Tresore aufgebrochen wurden, hat die Beute laut Anklage 45 000 Euro betragen, in Steinheim einmal 25 000 Euro und einmal 20 000 Euro.

Wie lange dauert der Prozess noch?

Der Prozess wird am 7. Oktober fortgesetzt, dann wollen sich die Angeklagten zu ihren Lebensläufen und den Tatvorwürfen äußern. Nach Auskunft der Pressestelle des Landgerichts ist damit zu rechnen, dass die Kammer die sechs Verhandlungstage im Oktober noch benötigen wird und das Urteil dann voraussichtlich im November fallen könnte.