Der Schäferwagen, hier an der Maierhalde, gehört zu den besonderen Angeboten für Touristen im Landkreis Göppingen. Foto: Thomas Madel Fotografie

Fast 670 000 Übernachtungen zählte der Landkreis Göppingen im Vorjahr. Damit erreicht die Zahl der Übernachtungen einen neuen Höchststand. Gegenüber 2023 stiegen die Zahlen um 4,3 Prozent.​

Der Landkreis Göppingen blickt auf ein Rekordjahr, was die touristischen Kennzahlen angeht, zurück. Fast 670 000 Übernachtungen wurden von Januar bis Dezember 2024 registriert. Erfasst werden Übernachtungen bei Betrieben, die zehn oder mehr Betten haben und Buchungen auf Campingplätzen. Das entspricht einer prozentualen Veränderung von plus 4,3 Prozent zu 2023, dem bisherigen Rekordjahr, was die Übernachtungszahlen angeht. Damit konnte der Tourismus im Landkreis endgültig das Tief der Corona-Jahre hinter sich lassen. Im Jahr 2020 gab es nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes nicht einmal 370 000 Übernachtungen im Kreis. „Mit den Übernachtungszahlen des Vorjahres haben wir sogar das Vor-Corona-Niveau überschritten“, betont der neue Tourismusmanager des Landkreises Göppingen, Florian Pointke. 2019 verzeichneten die Statistiker in Stuttgart knapp über 607 000 Übernachtungen im Landkreis.​

 

Die Fußball-WM könnte für den Zuwachs mitverantwortlich sein

„Ein Teil der Übernachtungen geht auch auf Geschäftsreisen zurück“, erläutert der Tourismusmanager. Zudem könnten im Vorjahr auch die Übernachtungen von Fußballfans für eine Steigerung gesorgt haben, die im Rahmen der Fußball-EM-Spiele in Stuttgart in die Region kamen und hier übernachteten. „Das könnte auch eine Rolle gespielt haben“, erklärt Pointke.​

Die Übernachtungszahlen des Vorjahres unterstreichen nicht nur die Attraktivität des Landkreises Göppingen, sondern spiegeln auch das kontinuierliche Wachstum im Tourismussektor und damit der wirtschaftlichen Wertschöpfung des Sektors wider, schreibt der Landkreis.​

Zertifizierte Wanderwege, wie die Löwenpfade oder der Albtraufgänger, und Radwege, wie der Albtäler-Radweg, trügen zum Qualitätstourismus bei, so der Landkreis weiter. Auch das Freizeitwegekonzept gehöre zu den Erfolgsgeschichten der Tourismusförderung im Kreis. „Das, was der Landkreis mit Partnern wie der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf auf die Beine gestellt hat, sucht wirklich seinesgleichen“, sagt der Tourismusmanager. Hier gelte es, das hohe Niveau auch in der Zukunft zu halten. „In den nächsten Jahren wird es bei der angespannten Finanzsituation des Kreises die Aufgabe sein, die erreichte Qualität zu erhalten und sogar auszubauen.“ Zu konkreten Plänen für die Zukunft der Tourismusförderung möchte der Tourismusmanager, der vor drei Monaten das Amt von seinem Vorgänger Holger Bäuerle übernommen hat, noch nichts sagen. „Es gibt bereits einige Ideen, die aber noch mit den Partnern abgestimmt werden müssen“, erklärt er.​

Stolz auf Auszeichnungen seitens des Landes

„Wir sind aber auch stolz auf die unter anderem vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg ausgezeichneten Tourismusheldinnen und Tourismushelden im Landkreis“, betont Pointke. So wurden Isabell Noether und Julia Späth von der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf für ihren Schäferwagen ausgezeichnet. Auch August Kottmann, Gastronom aus Bad Ditzenbach und ausgewiesener Streuobstexperte, bekam die Ehrung auf der diesjährigen Tourismusmesse CMT. Landrat Edgar Wolff äußerte sich erfreut über die positiven Zahlen, gerade angesichts der großen Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft des Landkreises: „Einmal mehr wird deutlich, dass der Tourismus in unserem Landkreis immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

Landkreis spart auch bei touristischen Angeboten​

Radwanderbus
 Den Einsparungen ist bislang im Bereich Tourismus im Landkreis Göppingen der Randwanderbus aus der Stadt Göppingen zum Reußenstein bei Wiesensteig zum Opfer gefallen. Der Radwanderbus wurde in der Saison von Mai bis Oktober von Radfahrern rege genutzt. Im Oktober 2024 stimmte der Kreistag für die Einstellung des erfolgreichen Angebotes zum Beginn der diesjährigen Saison. Auch ein Kompromiss des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur fand keine Mehrheit. Dadurch wären die Kosten für die Beförderung von 60 000 Euro pro Saison auf 20 000 Euro reduziert worden.​

Einsparungen
Auch die Tourismusförderung hat wie die anderen Bereiche der Kreisverwaltung in den letzten Jahren das Budget jährlich angepasst. Zum Beispiel standen in den vergangenen Jahren touristische Projektmittel in Höhe von 38 000 Euro beziehungsweise halbierte 19 000 Euro im Jahr 2024 zur Verfügung. „Mit diesen wurden nach jeweiliger Freigabe durch den zuständigen Verwaltungsausschuss gemeinsam und in Abstimmung mit unserem Tourismusverband Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf touristische Projekte umgesetzt“, erläutert Tourismusmanager Florian Pointke. Angesichts der Haushaltslage des Landkreises seien diese Mittel nicht in den Kreishaushalt 2025 aufgenommen worden.​