In Filderstadt-Bonlanden gibt es ein Padel-Match-Center. Foto: Markus Brändli

Ein Trendsport kommt aus Mexiko nach Esslingen. Nun schaffen zwei Vereine Trainingsmöglichkeiten. Auch ein Grand-Opening mit Bundesliga-Fußballer ist geplant.

Padel ist ein Trendsport. Der TSV RSK und der SV 1845 Esslingen planen deshalb auf ihren Sportgeländen den Bau von Padel-Spielfeldern. „Das Spiel wird in ganz Europa immer beliebter“, sagt Oliver Meinecke. Der Bauvorstand des Esslinger Vereins hat das Spiel mit seiner Familie im Urlaub entdeckt. Sowohl für ambitionierte Sportler als auch für den Breitensport findet er das Spiel attraktiv. In Filderstadt-Bonladen gibt es ein Padel-Match-Center in der Halle.

 

Was verbirgt sich hinter der noch jungen Sportart? Padel wurde in Mexiko erfunden. Dort baute Don Enrique Corcuera 1965 in Acapulco der erste Padelplatz. „Es wird berichtet, dass Corcueras Wunsch nach einem eigenen Tennisplatz auf seinem Grundstück wegen fehlendem Platz nicht erfüllt werden konnte“, ist auf der Homepage des Deutschen Padel-Verbands nachzulesen. Der begeisterte Sportler ließ daraufhin eine verkleinerte Ausführung eines Platzes errichten, die mit genau der Hälfte eines Tennis-Doppelfeldes auf sein Anwesen passte. Inzwischen ist Padel weltweit beliebt. Weltweit spielen nach Angaben des Dachverbands International Padel Federation mehr als 30 Millionen Menschen Padel, davon mehr als 600 000 in 87 nationalen Verbänden. Allein in Spanien gibt es 5,5 Millionen aktive Spielerinnen und Spieler.

Der TSV RSK Esslingen erweitert sein breites sportliches Angebot. Foto: privat

Woher kommt Padel?

Der spanische Prinz Alfonso Hohenlohe, Gründer des spanischen Marbella Clubs und Freund Corcueras, überzeugte sich bei einem Aufenthalt in Acapulco davon, dass Padel sehr viel Spaß macht. Er trug zur Popularität der schnellen Sportart bei. „Die Mischung aus Tennis und Squash begeistert Menschen aller Altersgruppen, da sie leicht zu erlernen ist, schnelle Erfolgserlebnisse bietet und ein starkes Gemeinschaftsgefühl fördert“, ist Meinecke überzeugt. Auch in Deutschland steige die Nachfrage rasant, „doch im Raum Esslingen gibt es bislang nur sehr begrenzte Möglichkeiten, diesen Sport auszuüben.“

Da will der Verein eine Lücke schließen. „Unser Court auf der grünen Wiese neben dem Fußballplatz soll nicht nur für Mitglieder offen sein“, sagt Oliver Meinecke. Auch Freizeitsportler sollen die zwei Courts unter freiem Himmel „mit herrlichem Blick auf die Alb“ nutzen können. Derzeit tüftelt der Verein ein Konzept aus, welche regelmäßigen Kurse und Events machbar sind und wie die Nutzungspläne erstellt werden. Die Genehmigung für das Projekt hat der TSV RSK schon in der Tasche. Baubeginn ist am 9. Februar. Bereits am 18. April soll die Anlage in Betrieb gehen.

Paul Prömel, Harmut Riegert, Margot Kemmler, Grischa Prömel (von links) freuen sich auf die Courts. Foto: Florian Lienert

Bundesliga-Fußballer sollen nach Esslingen kommen

Im Sportpark Weil entsteht ebenfalls eine Padel-Anlage. Gesicht und Mitinitiator des Projekts ist Grischa Prömel, Bundesliga-Profi der TSG Hoffenheim und Sportler des Jahres der Stadt Esslingen. Er engagiert sich als Investor und Projektpartner. Insgesamt entstehen im Sportpark Weil vier Padel-Courts, davon drei reguläre Double-Courts sowie ein Single-Court, der zusätzliche Spiel- und Trainingsmöglichkeiten bietet. Der Spielbetrieb soll im April beginnen, sagt Paul Prömel, der Bruder des Fußball-Profis. Voraussichtlich im Mai ist nach seinen Worten ein Grand-Opening, zu dem auch Bundesliga-Fußballer erwartet werden.

„Die Anlage ist offen konzipiert und steht sowohl Vereinsmitgliedern als auch allen interessierten Freizeit- und Gelegenheitsspielerinnen und -spielern zur Verfügung“, schreibt Paul Prömel für die Sportvereinigung 1845 Esslingen. Eine Vereinsmitgliedschaft sei für die Nutzung der Courts nicht erforderlich.

Für den Profi-Fußballer Grischa Prömel ist es spannend, Padel in Esslingen zu etablieren. „Padel hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nischensportart zu einem internationalen Trendsport entwickelt.“ Die Kombination aus niedriger Einstiegshürde, hoher Intensität und starkem Gemeinschaftscharakter sorge weltweit für wachsende Beliebtheit, sagt der Fußballprofi.

Padel beim SV 1845 Esslingen

Ergänzend wird sich die Tennisabteilung des Vereins künftig als Tennis- und Padelabteilung aufstellen. Das neue Angebot wird in den Vereinsbetrieb integriert. Bereits ab 2026 sind erste Verbandsspiele geplant, an denen sowohl bestehende als auch neue Vereinsmitglieder teilnehmen sollen. Der Betrieb ist ganzjährig vorgesehen. Die Courts lassen sich digital buchen.

Dass Padel demnächst auch in Esslingen gespielt werden kann, freut Sportbürgermeister Yalcin Bayraktar: „Ich freue mich sehr über dieses Projekt und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Grischa Prömel und dem SV 1845 Esslingen.“ Die neue Padelanlage sei „eine echte Bereicherung für den Sportpark Weil und erweitert das Sportangebot für die Esslingerinnen und Esslinger auf zeitgemäße Weise.“

Padel – Trendsport aus Mexiko

Das Spiel
Padel wird oft als eine Kombination von Tennis und Sqash bezeichnet. Allerdings sind die Felder kleiner und die Schläger sind ohne Bespannung und kürzer. Früher waren sie aus Holz, heute bestehen die Schläger mit wenigen Ausnahmen aus Kunststoff. Bei einigen Varianten werden die Wände, die das Spielfeld eingrenzen, ins Spiel einbezogen.

Die Regeln
Das Spiel beginnt mit einem Aufschlag „von unten“. Der Ball darf maximal einmal auf dem Boden aufsetzen. Volleys sind erlaubt, jedoch kann der Ball nach dem Aufsetzen im Spielfeld auch an eine oder mehrere Seitenwände prallen gelassen und dann weitergespielt werden. So kommt es oft zu langen und spannenden Ballwechseln, die für Spielspaß sorgen. Weitere Informationen auf der Homepage des Deutschen Padel-Verbands: www.dpv-padel.de