Der Talschluss Lenninger Lauter Foto: Reiner Enkelmann

Die Fotoausstellung „Die Alb von oben“ mit 30 Luftaufnahmen von Reiner Enkelmann sorgt für Überraschungsmomente. Zu sehen ist die Schau noch bis zum 3. Mai.

Einmal wie ein Vogel über die Landschaft fliegen – davon träumen viele. Der Fotograf Reiner Enkelmann hat den Traum wahr werden lassen. Zumindest mit der Kamera.

 

38 Jahre lang fotografierte er die Schwäbische Alb aus einem Kleinflugzeug heraus, seit fünf Jahren auch mit der Drohne. Bis zu 5000 Meter über der Erde schwang er sich mit einem Piloten mit dem Flugzeug in die Lüfte; maximal 120 Meter dürfen es mit der Drohne sein. Entstanden ist eine Hommage an das heimische Mittelgebirge aus der Luft, die erstmals in einer Ausstellung gezeigt wird. Seine Werke bilden den Auftakt einer Jubiläumsreihe, in der jeweils 30 Fotos von drei Fotografen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten präsentiert werden.

Der Blick auf die „Blaue Mauer“

Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind Fotos aus dem Landkreis Esslingen. Eindrucksvoll zeigen die Fotos unter anderem den Blick von Enkelmanns Heimat, den Fildern, auf die „Blaue Mauer“, die einst schon Eduard Mörike ins Schwärmen brachte. Gemeint hatte der Dichter damit den Steilanstieg der Schwäbischen Alb, der aus der Ferne in einem bläulichen Dunst erscheint. Geologisch gesehen haben die Betrachter 560 Millionen Jahre Erdgeschichte vor sich, führt Enkelmann aus.

Das sogenannte Schwefelbrünnele im Schopflocher Moor Foto: Reiner Enkelmann

Die Limburg bei Weilheim gilt als markantestes Relikt des Schwäbischen Vulkans im Albvorland, und die spannende Geologie des Randecker Maars erschließt sich einem erst von oben. Wer meint, das Schopflocher Moor schon gut zu kennen, entdeckt auf Enkelmanns Foto dennoch eine Überraschung. Im Vordergrund ist eine orange-braune Quelle zu sehen, das „Schwefelbrünnele“. Zu Fuß kann die Quelle jedoch nicht erreicht werden, denn aus Naturschutzgründen müssen Besucher auf dem Bohlenweg bleiben.

Reiner Enkelmann bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Die Alb von oben“ Foto: Ralph Scheer

Reiner Enkelmann ist die Schwäbische Alb ans Herz gewachsen. „Mich fasziniert die abwechslungsreiche Landschaft: der Albtrauf, die tief eingeschnittenen Täler, die Verkarstungserscheinungen, die Relikte des Vulkanismus und die offenen Bereiche dazwischen“, sagt er und ergänzt lachend: „Und dann die Menschen, die spielen auch eine Rolle“. Obwohl der Landkreis Esslingen nur einen relativ kleinen Anteil an der Alb hat, findet man dort alle Landschaftsformen. Das sei interessant und ideal für Fortbildungen und Führungen, meint er. Der 82-Jährige wird nicht müde, diese Vielfalt mit der Kamera aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und in ihrem schönsten Licht einzufangen. Als ehrenamtlicher Landschaftsführer des Naturschutzzentrums in Lenningen-Schopfloch ist er seit 2008 im Zentrum des Geschehens und lässt andere an seinem Wissen teilhaben. Ihn treibt der Leitspruch der Landschaftsführer “Wer mehr weiß, sieht mehr, schätzt mehr, schont und schützt“ an.

Etliche Schüler kennen seine Bilder bereits

Drei Bücher über die Schwäbische Alb hat er gemeinsam mit anderen Autoren verfasst. Ohne es zu ahnen, haben auch etliche Schüler von den 1970er-Jahren bis in die 2000er-Jahre Bekanntschaft mit seinen Bildern und Texten gemacht: In den Geografiebüchern des Ernst Klett Verlags waren beispielsweise seine Beiträge über Versteinerungen in Holzmaden und Ohmden zu sehen. Während seiner Zeit als Schulleiter einer Realschule in Filderstadt-Bonlanden (von 1976 bis 2007) ließ er seine Schüler die Alb hautnah erleben und verlegte den Unterricht gelegentlich in die Gutenberger Höhle oder auf die Wachholderheide.

Sonderausstellungen „Die Alb in 30 Bildern“

Bis zum 3. Mai 2026
„Die Alb von oben“ von Reiner Enkelmann.

Vom 6. Mai bis zum 13. September 2026
„Die letzten ihrer Art“ mit Tier- und Naturfotografien von Carsten Riedl.

Vom 27. September bis zum Januar 2027
„Die Die Höhlen der Schwäbischen Alb“, Fotografien des Höhlenforschers und Fotografen Rainer Straub.

Adresse
Naturschutzzentrum Schopflocher Alb, Vogelloch 1, Lenningen-Schopfloch: Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen unter: www.naturschutzzentrum-schopfloch.de/sonderausstellungen