In Esslingen geht am Dicken Turm und der Stadtkirche am kommenden Samstag für eine Stunde das Licht aus. Foto: imago/Westend61

Alle sollen mitmachen, fordert die Umweltstiftung WWF auf, die am Samstag, 28. März, zur Earth Hour einlädt. Kommunen im Kreis Esslingen sind dabei.

Am Samstag, 28. März, gehen auch im Kreis Esslingen wieder die Lichter aus bei der weltweiten Earth Hour für Umwelt- und Klimaschutz. Neben Esslingen und Kirchheim haben sich laut dem Veranstalter WWF auch Plochingen, Nürtingen und Denkendorf zur Teilnahme an der Earth Hour angemeldet. Bundesweit sollen bislang rund 461 Kommunen teilnehmen, meldet die Umweltstiftung.

 

Während auch wieder private Haushalte ihre Lichter ausschalten werden, planen laut der Veranstalter tausende Städte weltweit ihre bekanntesten Bauwerke in symbolische Dunkelheit zu hüllen – und das zum 20. Mal.

Der Dicke Turm, die Burg und zwei Kirchen hüllen sich in Esslingen in Dunkelheit

Esslingen geht wie bereits im vergangenen Jahr beim Lichtausschalten in öffentlichen Gebäuden mit gutem Beispiel voran beim Alten Rathaus, der Stadtkirche, den angeleuchteten Stadttoren wie dem Wolfstor, aber auch auf der Burg, der Frauenkirche und beim Dicken Turm.

Um Energie einzusparen, geht überall dort am kommenden Samstag, um 20.30 Uhr für eine Stunde das Licht aus. Wer einen Blick in das Arbeitsprogramm Klimamaßnahmen der Stadt Esslingen wirft, kann mit Blick auf die Einsparung von CO2 allerdings nachlesen, dass der Teilnahme an der Earth Hour nur eine geringe Wirkung nachgesagt wird. Vergleicht man diese beispielsweise mit der angestrebten Modernisierung der Straßenbeleuchtung und der Umstellung dort auf LED – ebenfalls eine städtische Daueraufgabe – landet dies in der Kategorie „große Wirkung“.

Aus Sicht der Umweltstiftung WWF ist die Earth Hour allerdings ein wichtiges Zeichen, da „dieses Jahr eines der heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen werden könnte.“ Gleichzeitig gerate aber die Klimakrise angesichts anderer globaler Herausforderungen immer wieder in den Hintergrund. Doch tatsächlich verschwinde sie nicht, sondern werde durch die viele dieser Krisen zusätzlich verschärft.

Klima soll wieder in den Fokus gerückt werden

Mit der Earth Hour werde das Thema Klima wieder in den Mittelpunkt gerückt. „Und je mehr Menschen mitmachen, desto stärker wird das gemeinsame Signal: Klimaschutz darf nicht aus dem Fokus geraten“, heißt es beim WWF.

Auch beim Alten Rathaus in Esslingen soll für eine Stunde das Licht ausgeschaltet werden. Foto: Archiv/Horst Rudel

Den Mitmachgedanken stellt auch die Stadt Kirchheim in den Fokus. In einer Mitteilung heißt es: „Mehr als 14 Prozent des Strombedarfs in Deutschland werden für die Beleuchtung benötigt.“ Besonders hoch sei der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch im Dienstleistungssektor und im Groß- und Einzelhandel.

Daher wolle das Sachgebiet Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Innovation der Stadt Kirchheim am kommenden Samstag neben privaten Haushalten auch örtliche Unternehmen ermuntern, sich zu beteiligen und ihre Reklame- oder Schaufensterbeleuchtung für den Zeitraum der Earth Hour auszuschalten.

Neuhausen streicht die Wirkung von Lichtverschmutzung für Insekten heraus

Und die Stadt Neuhausen erklärt zur Earth Hour: „Lichtverschmutzung ist ein Phänomen, bei dem die Nacht durch künstliche Beleuchtung erhellt wird. Sie tritt auf, wenn Straßenlaternen, Leuchtreklamen und andere Lichtquellen den Himmel übermäßig erleuchten. Dies führt dazu, dass die natürliche Dunkelheit der Nacht gestört wird. Zugvögel verlieren beispielsweise durch ein Zuviel an künstlicher Beleuchtung die Orientierung, Insekten werden von den Lichtquellen angezogen und massenhaft getötet. Das wiederum hat Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht.“

Jeder könne etwas tun und beispielsweise nicht benötigte Lichter und Bewegungsmelder ausschalten sowie Lampen im Außenbereich nach unten ausrichten, das reduziere die Lichtverschmutzung.

In Plochingen, Nürtingen und Denkendorf rufen die Kommunen ebenfalls für eine Stunde zum Lichtausschalten für die Umwelt auf.