Für das Heidengrabenzentrum wurde der Wirtschaftsplan 2026 eingebracht. Grundlage sind die Erfahrungen aus dem ersten vollständigen Betriebsjahr der Einrichtung.
Mit mehr als 20.000 Besucherinnen und Besuchern hat sich das Heidengrabenzentrum auf der Schwäbischen Alb im vergangenen Jahr als touristischer Anziehungspunkt etabliert. Die Einnahmen aus Bistro und Shop übertrafen zudem die ursprünglichen Prognosen deutlich und haben eine erfreuliche Entwicklung.
Im Wirtschaftsplan des Zweckverbands Region am Heidengraben, der aus den Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben besteht und das Erbe der Kelten erlebbar machen will, wird für 2026 mit Gesamterträgen von 366.000 Euro und Aufwendungen von 524.000 Euro kalkuliert.
Zweckverband hat einen „strategischen Auftrag“
Ein rein finanztechnischer Blick auf das Minus von 158.000 Euro ist aus Sicht der Verantwortlichen und wie es in einer Pressemitteilung heißt, jedoch zu wenig: „Die Differenz spiegelt keine wirtschaftliche Schwäche, sondern den strategischen Auftrag wider, mit Kultur-, Bildungs- und Tourismusprojekten nachhaltige Strukturen für die Region Vordere Alb zu schaffen.“
Demnach stelle ein isolierter Blick auf diese Zahlen die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Projekts verzerrt dar, da ein wesentlicher Teil der Aufwendungen in die übergeordneten Aufgaben des Zweckverbands fließe: besonders in die interkommunale Zusammenarbeit, in die touristische Entwicklung, in die Öffentlichkeitsarbeit sowie in Bildungs- und Regionalentwicklungsprojekte.
Ganser: Bewertung anhand der Zahlen greift zu kurz
So gestalte sich der eigentliche Betrieb des Heidengrabenzentrums stabil und bewege sich in Richtung Kostendeckung, womit sich das Konzept eines modernen Kultur- und Erlebnisortes, der sich wirtschaftlich trage und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert schaffe, bestätige. Für den Hülbener Bürgermeister Siegmund Ganser, der dem Verband vorsteht, ist die Einordnung deshalb klar: „Wer den Zweckverband nur über die wirtschaftliche Bilanz bewertet, greift zu kurz. Jede Gemeinde für sich, könnte weder die Sichtbarkeit noch die Entwicklungskraft erreichen, die wir gemeinsam entfalten.“
Für 2026 sind daher auch einige Projekte geplant, um die Region immer wieder neu zu erzählen: unter anderem die Einführung eines digitalen 360-Grad-Panorama-Views. Hierbei entsteht eine neue Plattform, auf der Tourismus und Geschichte innovativ mit dem regionalen Gewerbe verbunden werden: Handwerks- und Traditionsbetriebe können Kultur- und Sehenswürdigkeiten fördern und werden sichtbar.
Kulturelle und touristische Aufwertung funktioniert
Die Arbeit des Zweckverbands zeige, dass kommunale Einrichtungen keine profitorientierten Unternehmen seien, sondern Impulsgeber für gesellschaftlichen Mehrwert. Aus Sicht des Verbandes schaffen sie Lebensqualität, regionale Identität und sorgen für Vernetzung. Die kulturelle und touristische Aufwertung wirke weit über den unmittelbaren Besucherbetrieb hinaus, stärke die Gastronomie, belebe das lokale Gewerbe und trage zur Attraktivität des gesamten ländlichen Raums bei.