Immer mehr kleine Bäckereien in Deutschland schließen. Eine Traditionsbäckerei in Filderstadt zeigt, dass es auch anders geht. Der Bäckermeister findet dazu klare Worte.
Michael Helbig hat genug: Der Bäckermeister aus Filderstadt hat keine Lust mehr auf Vorurteile und ärgert sich darüber, dass immer mehr Menschen Traditionsbäckereien wie der seinen den Rücken kehren und stattdessen in Filialen und Discountern einkaufen. Gleichzeitig lese er im „Stern“ eine Überschrift wie: „Ziehen uns die Bäcker das Geld aus der Tasche?“
Helbig, Chef der gleichnamigen Bäckerei in Sielmingen, hat dafür kein Verständnis. „Wir sind deutlich günstiger als die Filialisten. Und zu den Discountern ist der Unterschied gar nicht so groß“, sagt der Betriebswirt. Eine Brezel kostet in seiner Bäckerei 1 Euro. Ein Körnerweckle kostet 1,05 Euro, ein Kilogramm Mischbrot liegt bei 4,75 Euro. Im Video erklärt Helbig seine Sicht auf die Dinge:
Immer weniger kleine Bäckereien in Deutschland
Vorurteile über zu hohe Preise, wenig Nachwuchs und viel zentralisierte Konkurrenz: Aus dem Bäckerei-Monitor der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht hervor, dass in den vergangenen zehn Jahren 30 Prozent der Betriebe des Bäckerhandwerks geschlossen haben.
Doch es gibt auch Traditionsbetriebe, die es schaffen, zu überleben – sogar gut zu überleben, wie das Beispiel von Bäckermeister Helbig zeigt. Als gelernter Betriebswirt setze er auf schlanke Strukturen: „Ich brauche keinen Fuhrparkleiter, keine Fahrer, ich habe keine fünf Leute im Büro, keinen Betriebsberater und und und.“ Auch die Filialisten würden ihre Kunden nicht abzocken. Doch ihre Ausgaben seien einfach höher. „Die Zinslast bei der Bank für das neue große Café ist im Brötchenpreis nach der Eröffnung drin.“ Auf was Michael Helbig setzt, erfahren Sie in diesem Artikel: Bäcker auf den Fildern setzt auf alte Rezepte und „Slowbaking“.