Wer soll es werden von der SPD-Troika? Die Basis weiß es noch nicht. Foto: dapd

Eigentlich soll erst im Januar entschieden werden, wer Angela Merkel 2013 herausfordert. An der Basis im Kreis Böblingen gibt es aber viele Fans von Peer Steinbrück, aber auch für Steinmeier. Manche sind unentschieden, andere fordern eine Urwahl.

Kreis Böblingen - Eigentlich soll erst im Januar entschieden werden, wer Angela Merkel 2013 herausfordert. Doch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig hat die Sommerlochdebatte mit seinem Votum für Frank-Walter Steinmeier eröffnet. An der Basis im Kreis Böblingen gibt es aber auch viele Fans von Peer Steinbrück. Manche sind unentschieden, andere fordern eine Urwahl.

Die Genossen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Einigen kommt die Debatte zur Unzeit, andere hätten lieber den Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten, aber auch Steinmeier hat einige Anhänger an der Basis. Zur ersten Gruppe zählt etwa Peter Pfitzenmaier, der langjährige Fraktionschef der SPD im Kreistag. „Steinbrück ist mein Favorit“, sagt der Leonberger, „er hat gezeigt, dass er klare politische Vorstellungen hat.“ Pfitzenmaier glaubt vor allem, dass Steinbrück die besseren Chancen gegen Merkel hätte.

Erwin Staudt ist für Steinbrück

Auch Erwin Staudt, der frühere VfB-Präsident und SPD-Mitglied, ist für den ehemaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. „Ich halte Steinbrück für sehr kompetent, uns in der Weltwirtschaft zu repräsentieren“, sagt der 64-Jährige. Der frühere IBM-Manager hat sogar einen komplettes Personaltableau aufgestellt: „Steinbrück Kanzler, Steinmeier Außenminister und Gabriel ist ein sehr guter Parteivorsitzender.“

Die zweite Gruppe tendiert zum ehemaligen Außenminister. Zum Beispiel der Böblinger Landtagsabgeordnete Florian Wahl. „Ich halte Frank-Walter Steinmeier für den besten Kandidaten“, erklärt er. Allerdings könne er auch mit den anderen „gut leben“, sagt er. Wahl fordert eine Urabstimmung, bei der alle Parteimitglieder in den Wahlkreisen entscheiden dürfen. „Wir sprechen viel von Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie“, findet der 28-Jährige, „da stünde es uns gut an, dies bei der Kandidatenfrage auch umzusetzen.“

Florian Wahl ist für Steinmeier

Auch die Weil der Städter SPD-Vorsitzende Silvia Tanczos-Lückge gehört zu den Steinmeier-Fans. Einerseits sagt sie: „Ich habe Peer Steinbrück in Stuttgart erlebt, er hat mich schon sehr begeistert und kann toll auf die Leute zugehen.“ Allerdings wirke seine zupackende Art manchmal auch zu kess. Sie halte Steinmeier aber für seriöser, er bringe auch außenpolitische Erfahrung mit. Und dann gibt es noch die dritte Gruppierung, die unentschieden ist. Oder für die zumindest die Sommerloch-Debatte zum falschen Zeitpunkt geführt wird. Zum Beispiel Andreas Schneider-Dölker, der SPD-Fraktionschef im Sindelfinger Gemeinderat. „Ich halte die Diskussionen um Personen noch für zu früh.“ Gerade in Baden-Württemberg habe die SPD in den vergangenen Jahren zu oft über Personen und zu wenig über Inhalte diskutiert. Daher solle der ursprüngliche Zeitplan für die K-Frage eingehalten werden. Das sieht auch der Heimsheimer SPD-Vorsitzende Rolf Vetter so. „Zurzeit schadet dieses Thema der SPD und auch den drei Interessenten.“ Er selbst habe sich noch nicht festgelegt, wen er favorisiere. Vetter: „Ich schaue mir weiter in Ruhe ihre Arbeit an.“

In einem sind sich alle der befragten Genossen einig. „Ich denke, alle drei haben das Format, die Rolle des Bundeskanzlers auszufüllen“, resümiert etwa Peter Pfitzenmaier. Auch Erwin Staudt unterstreicht: „Alle sind geeignet.“ Im Übrigen glaubt er, dass die Debatte nicht mehr zu stoppen sei: „Das muss entschieden werden, aber innerhalb der Partei.“ Der Renninger SPD-Chef Reinhard Händel mahnt hingegen zu Geduld: „Das wird im neuen Jahr entschieden. Es sei denn, Angela Merkel tritt zurück. Dann muss es schneller gehen.“ Doch das ist eher unwahrscheinlich. In der CDU ist die K-Frage jedenfalls beantwortet.

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