Der Verkehrsminister Winfried Hermann erntet mit seinen Äußerungen zum Lückenschluss Unverständnis von Landrat Roland Bernhard. Foto:  

Die Behörde will Winfried Hermann Unterstützung und keinen Gegenwind.

Kreis Böblingen - Nicht gerade erfreut ist der Böblinger Landrat Roland Bernhard über die jüngsten Aussagen des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) zum Lückenschluss zwischen der B 295 und der B 464. „Die Aussagen des Verkehrsministers, die Planungen nun in Frage zu stellen, haben bei mir große Verwunderung hervorgerufen, nachdem bereits alles besprochen wurde“, schreibt der Landrat an den Minister.

Hermann hatte gegenüber unserer Zeitung kritisiert, mit seinem Ministerium seien seitens des Regierungspräsidiums und des Landkreises andere Pläne abgesprochen worden, als man jetzt umsetze. Zudem beanstandete er die flächenverbrauchende Bauweise mit vielen Auf- und Abfahrtsschleifen. Die Strecke zwischen Renningen und Böblingen sei dann so gut ausgebaut, dass sie zur Parallelautobahn werden könnte mit bis zu 50 000 Fahrzeugen am Tag, befürchten Kritiker. Dies führe zu erheblichen Lärm- und Schmutzbelastungen für Mensch und Natur, kritisieren sie. Zudem wird eine Überlastung des Autobahnanschlusses Leonberg-West befürchtet, von dem aus die neu ausgebaute Strecke schnell zu erreichen ist.

Landrat Roland Bernhard bittet deshalb den Verkehrsminister Winfried Hermann dringend um Unterstützung, die einheitlich erarbeitete Planvariante auch zeitnah zu realisieren. Die neue Strecke solle die bisherigen Ortsdurchfahrten entlasten und nicht zuletzt den regionalen Wirtschaftsverkehr außerhalb der Ortschaften an die Autobahnen anbinden.

Jahrelang war über verschiedene Möglichkeiten diskutiert worden, wie die B 295 und B 464 bei Renningen verknüpft werden können. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte neun Varianten einander gegenübergestellt. Konsens hat es aber bei keiner gegeben. Um eine Lösung zu finden, waren weitere Varianten erarbeitet und diskutiert worden. Im April 2012 hatten sich Bernhard, der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl und die Bürgermeister der Stadt Renningen und der Gemeinde Magstadt auf eine Kompromissvariante geeinigt. „Trotz des etwas erhöhten Flächenverbrauchs gegenüber anderen Varianten hat sich diese als sinnvoll herausgestellt und bringt die größtmögliche Entlastung für Renningen mit sich“, sagt der Landrat.

Den Bürgern der betroffenen Kommunen wurden die verschiedenen Pläne vorgestellt. Auch der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreises Böblingen sowie die Bundestags- und Landtagsabgeordneten des Landkreises Böblingen wurden einbezogen. Daher dürfe der Lückenschluss, so Bernhard, nicht durch eine neu entfachte Debatte über Flächenverbrauch und Kosten gefährdet werden.

„Die bisherige Position muss beibehalten werden. Ansonsten droht, dass wir zurück auf Los fallen und zehn Jahre Planungen verlieren“, befürchtet Bernhard.

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