Das Freibad in Hildrizhausen hat offenbar dem ein oder anderen als Auffangstation gedient, weil das „eigene“ Bad zu hatte. Foto: /Stefanie Schlecht

Freibäder im Kreis ziehen ein erstes Fazit. Anfangs spielte das Wetter nicht mit und Personal fehlte. Doch der Sommer kam und die Gästezahlen stiegen. In zwei kleinen Bädern an heißen Tagen sogar besonders stark.

Mit dem Ende der Sommerferien schließen am Sonntag die ersten Freibäder im Kreis. Der Blick zurück zeigt: Die Saison war nicht nur wettertechnisch durchwachsen. Vielerorts fehlte Personal, Gärtringen und Holzgerlingen mussten die Öffnungszeiten ihrer Bäder dauerhaft einschränken, andere immer wieder kurzzeitig. Allerdings gab es auch neue Ansätze, beispielsweise in Böblingen und Herrenberg, die sich bewährt haben. Die Saison verlief überwiegend friedlich, auch größere Unfälle sind keine bekannt. Und es gibt zwei kleine Bäder, die allem Anschein nach von den Schließtagen der anderen profitiert haben.

 

Das Naturfreibad in Herrenberg hatte vor Beginn der Saison eine Task Force angekündigt, die sich um die Wasserqualität kümmern wolle – ganz offensichtlich mit Erfolg. Musste das Bad in der Vergangenheit immer wieder wegen schlechter Wasserqualität schließen, passierte das dieses Jahr bislang kein einziges Mal.

Was die Task Force gemacht hat

Im Naturfreibad wird das Wasser nicht mit Chlor, sondern mithilfe natürlicher Filter gereinigt. Damit diese nicht an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, setzte die Stadt eine Reihe von Maßnahmen um. Sie schränkte unter anderem unter der Woche vormittags die Öffnungszeiten ein, damit sich das Wasser regenerieren kann und legte über das Schilf neben dem Schwimmerbecken ein weitmaschiges Gitter. Wasservögel, die vor allem 2023 das Wasser mit ihren Hinterlassenschaften belastet hatten, hielt es davon ab, sich dort niederzulassen.

Die Gitter sollen verhindern, dass sich im Herrenberger Naturfreibad Wasservögel im Schilf niederlassen. /Nina Sander

Neue Maßnahmen ergriff auch das Freibad in Böblingen. Dort kamen erstmals Security-Mitarbeiter zum Einsatz. Sie sollen nicht nur für Sicherheit sorgen, sondern Aufsichtspflichten, beispielsweise am Sprungturm, übernehmen und so das Personal entlasten, erklärt Sprecherin Caroline Jackson. Die Security sei immer dann angefordert worden, wenn eine hohe Auslastung zu erwarten war. Die Sprecherin zeigt sich zufrieden. „Der versprochene Effekt, insbesondere die Entlastung des Stammpersonals, hat sich wie erwartet eingestellt.“

Mehrheit der Bäder ohne Security

Ist es inzwischen notwendig geworden, Security einzusetzen, weil das Aggressionspotenzial unter den Gästen größer geworden ist? Für diese Saison lässt sich das nicht belegen. Probleme mit aggressiven Badegästen habe es kaum gegeben, nur sehr vereinzelt verbale Auseinandersetzung, teilt Jackson mit. Zudem „übliche“ Vorfälle wie Taschendiebstahl und vereinzelt ungebührliches Benehmen. „Aber nicht öfter als in den Vorjahren.“ Wobei ein Vergleich schwierig sei, weil dieses Jahr aufgrund des instabilen Wetters „deutlich weniger Badegäste“ da waren. Sindelfingen mit dem größten Freibad im Kreis setzt bereits seit 2015 Security ein. „Zwischenfälle mit aggressiven Badegästen und Auseinandersetzungen liegen uns nicht vor“, heißt es auch von dort.

Keine Gedanken über den Einsatz von Security macht man sich in Herrenberg, Holzgerlingen, Gärtringen, Hildrizhausen und Schönaich. Herrenberg berichtet lediglich von zwei Zwischenfällen: Es habe eine Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen gegeben und einen Badegast, der sich unsittlich benommen habe. Sie alle seien des Bades verwiesen worden. Meistens sei die Stimmung im Bad fröhlich und friedlich gewesen, schreibt Sprecherin Tilla Steinbach.

Mehr Besucher in Hildrizhausen und Schönaich

Ruhig ging es offenbar in Gärtringen zu. Hildegard Wieland, stellvertretende Kämmerin, kritisiert allerdings, dass manche Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkämen. Sie ließen beispielsweise kleine Kinder unbeaufsichtigt rutschen, obwohl diese nicht schwimmen könnten. „Da fehlt das Verständnis, dass Wasser gefährlich sein kann.“

Als friedlich und harmonisch beschreiben auch Hildrizhausen und Schönaich die Saison. Dabei hätte es durchaus Potenzial für Konflikte gegeben. War in den beiden Bädern doch zumindest an heißen Tagen oft mehr los als sonst. Benjamin Buttafoco, Betriebsleiter in Hildrizhausen, führt das auf das wegen Sanierungsarbeiten geschlossene Freibad in Dettenhausen (Kreis Tübingen) und die eingeschränkten Öffnungszeiten in Gärtringen und Holzgerlingen zurück. Woher er von den Herkunftsorten weiß? Manche Gäste hätten das direkt am Eingang gesagt. „Wir waren eine Art Auffangstation, weil ihr ortseigenes Bad zu hatte“, meint er schmunzelnd. Statt den üblichen 1300 seien an heißen Tagen bis zu 1800 Menschen da gewesen.

Schönaich stellt ebenfalls eine Steigerung der Badegastzahlen fest. Sie könnte, so Hauptamtsleiter Patrick Ruckh, aus den Einschränkungen in Dettenhausen und Holzgerlingen resultieren. Abgefragt habe man das allerdings nicht, es handle sich nur um eine Mutmaßung. Nachdem die Gästezahlen bis Juli deutlich unter denen des Vorjahres lagen, hätten sie im August – vor allem wetterbedingt – den Wert von 2023 überstiegen.

Wie lange die Freibäder im Kreis noch offen haben

Bis Sonntag
Herrenberg, Hildrizhausen, Schönaich und Böblingen schließen am Sonntag, 8. September. In Herrenberg und Böblingen öffnen am Dienstag, 10. September, die Hallenbäder wieder.

Bis Mitte September
In Gärtringen, Holzgerlingen und Sindelfingen endet die Saison nicht mit den Sommerferien. Holzgerlingen bleibt bis Sonntag, 15. September, offen, Sindelfingen bis Dienstag, 17. September, und Gärtringen bis Sonntag, 22. September, als kleine Entschädigung für den späteren Start. Das Sindelfinger Hallenbad ist ab Montag, 16. September, wieder regulär geöffnet.

Hundeschwimmen
Nach Saisonende dürfen am Samstag, 14. September, von 11 bis 15 Uhr Hunde im Böblinger Freibad planschen. Eine gute Woche später haben die Vierbeiner im Sindelfinger Freibad dazu Gelegenheit. Dort sind am Sonntag, 22. September, von 10 bis 15 Uhr Hunde willkommen.