Mit Farbe und Pinsel lassen diese Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf. Foto: /Susanne Müller-Baji

Seit 25 Jahren wird in der Kinderwerkstatt HaKuFa gewerkelt.

Stuttgart-Feuerbach - Ein Vogelhäuschen bauen, Zwerge modellieren oder einfach vor sich hin malen, bis man bis über die Ellenbogen in der Farbe steckt: Willkommen in der kreativen Welt der HaKuFa. Die „Feuerbacher Kinderwerkstatt für Handwerk, Kunst und Fantasie“ wird 25 Jahre alt. Während heute scheinbar schon in der Grundschule auf die Anforderungen des späteren Berufslebens geschielt wird, bleibt allzu oft auf der Strecke, was jede Stellenausschreibung einfordert: Kreativität. Die Angebote der HaKuFa scheinen da wichtiger denn je.

Also ist an diesem Herbsttag Werkeln angesagt: Auf den Tischen trocknen bunte und selbst gebaute Vogelhäuschen. Die Dächer sind mit Dachpappe abgedichtet, die Piepmätze sollen es gemütlich haben. Die weiteren Projekte: Zwei Mädchen ma-len an einem Bild. Ein Holz-ICE und ein Schild für Ritterspiele entstehen, und ein Junge bearbeitet einen ausgesägten Fußballspieler. Welcher Verein? „Denk ich mir noch aus.“ Sofort entspinnt sich ein Gespräch über Fußballvereine: Bayern München oder VfB? „Loser!“ ruft ein Junge, „Stimmt!“ bekräftigt ein anderer.

Szenen aus dem Ferien-Angebot in der Holzwerkstatt. Die Leiterin Marion Mudrik dreht hier eine Schraube rein und springt dort ein, wo es besonders kniffelig wird. Ansonsten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: „Die Kinder sagen, was sie machen wollen, und ich helfe ihnen dabei.“ Das ist auf vielfältige Weise gut: Die Kinder entwickeln Selbstbewusstsein und Fingerfertigkeit, sie lernen aber auch, Lösungen zu finden und dranzubleiben, wenn etwas mal nicht auf Anhieb klappt.

Einfach Kind sein und nach Herzenslust werkeln, das war von Anfang an das Anliegen der HaKuFa, erzählt Mudrik. Dabei feiert nun nur der Verein sein 25-jähriges Bestehen; die Wurzeln reichen aber zurück bis ins Jahr 1971, bis zur Malstube des vormaligen Jugenddorf-Zentrums des cjd Stuttgart. Die war eine von mehreren Angeboten, die eine Brücke zwischen den betreuten Jugendlichen und den Feuerbachern schlagen sollten.

Als sich der Träger aus Spargründen umorientieren musste, wollte man auf das zwischenzeitlich zur Kinderwerkstatt erweiterte Angebot auf keinen Fall verzichten und gründete 1994 den HaKuFa-Verein. Heute gibt es drei Standorte, einen an der Staufeneckstraße 5 und zwei an der Wiener Straße 261, wo jeweils unterschiedliche Altersgruppen betreut werden können. Stolz ist man auch auf die Familienangebote, bei denen man generationenübergreifend ans Werk geht.

Bekommt die HaKuFa wie andere Vereine die Entwicklung zur Ganztagesschule zu spüren? „Die Warteliste ist nicht mehr so lang wie früher“, sagt Mudrik: „Aber wir bekommen unsere Kurse schon noch voll. Wer einmal in einen Kurs hineinschnuppert, kommt danach oft jahrelang. Teilweise sind es jetzt schon die Kinder der Kinder.“

Auch in den Winterferien gibt es spezielle Angebote wie die Schnee- und Eiswerkstatt. Weitere Informationen gibt es bei www.hakufa.de oder telefonisch unter der Nummer 0711/ 8 17 92 37.

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