Ein Kranz, den die AfD am Volkstrauertag auf dem Waldfriedhof in Stuttgart abgelegt hat, ist mit roter Farbe und einer Beschimpfung verunstaltet worden. Der Staatsschutz ermittelt.
Die sich in der Gesellschaft zuspitzende Auseinandersetzung zwischen linkem und rechtem politischen Lager macht auch vor Friedhöfen nicht Halt. Diese Erfahrung hat jetzt die Stuttgarter Alternative für Deutschland (AfD) machen müssen. Und das auf eine ziemlich geschmacklose Art und Weise.
Am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, hatten Mitglieder des Kreisverbandes auf dem Stuttgarter Waldfriedhof einen Kranz am Weltkriegsdenkmal niedergelegt. „Um all jener Menschen zu gedenken, die durch Krieg, Gewalt und politische Verfolgung ihr Leben verloren“, sagt Sprecher Andreas Mürter.
Zwei Tage später bemerkte ein Mitarbeiter des Friedhofs, dass Kranz und Schleife mit roter Farbe beschmiert waren – und einer Beschimpfung der AfD. Der Mitarbeiter informierte die Polizei. Inzwischen hat wegen der politischen Dimension der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. In erster Linie wegen Sachbeschädigung. Andere Delikte kommen wohl nicht infrage, weil die Gedenkstätte selbst nicht beschmiert worden ist.
Die AfD spricht von einem „Anschlag“. Der verunstaltete Blumenkranz sei entfernt worden, sagt Mürter. Er hat mittlerweile eine Erklärung dazu veröffentlicht. „Diese blinde Hasszerfressenheit gegen unsere AfD reicht mittlerweile selbst bis zu einem Ort der Andacht“, heißt es darin. Und: „Wie wir nun feststellen mussten, macht linke Gewalt mittlerweile auch keinen Halt mehr vor einem Andenken an unsere verstorbenen Soldaten.“
Linkes Internetportal zeigt Foto der Farbschmiererei in Stuttgart
Mürter bekräftigt gegenüber unserer Zeitung, die Antifa habe sich „zu dem geschmacklosen und ekelhaften Anschlag bekannt“. Tatsächlich gibt es auf einem einschlägig bekannten linken Internetportal einen Artikel dazu. Darin wird zwar nicht explizit genannt, dass die Farbschmiererei auf das Konto der Antifa geht, es findet sich aber ein Foto davon. Außerdem heißt es dort: „Der Volkstrauertag wird jährlich von AfD bis Dritter Weg genutzt, um jenen Toten zu Gedenken, die aktiv am Nationalsozialismus und seinen Verbrechen mitgewirkt haben.“ Dies geschehe auch auf dem Waldfriedhof. Es folgt der Aufruf, man dürfe „die Rechten nirgendwo in Ruhe lassen“, ergänzt durch die Autokennzeichen der Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung.