Krankenhaus Künzelsau Kreis ringt um Bestand des Krankenhauses

Von Tanja Kurz 

Am Montag entscheidet der Kreistag: Wird das Krankenhaus geschlossen? Foto: Stadt Künzelsau
Am Montag entscheidet der Kreistag: Wird das Krankenhaus geschlossen? Foto: Stadt Künzelsau

Die Demonstrationen gegen die Schließung des Hauses lassen nicht nach.

Künzelsau - Der Hohenlohekreis steht möglicherweise vor einem Austritt aus der Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken. Am Montag berät der Kreistag über ein Eckpunktepapier der Holding, das unter anderem die Schrumpfung des Künzelsauer Krankenhauses zu einem Medizinzentrum vorsieht. Fällt es durch, könnten Verhandlungen über einen Austritt aus der Holding begonnen werden, die 51 Prozent der Klinikanteile hält. Zudem bräuchte es einen neuen Partner. Dem Vernehmen nach verhandelt der Landrat Matthias Neth (CDU) mit der Evangelischen Diakonissenanstalt in Schwäbisch Hall und dem Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis).

Nach einem entsprechenden Kreistagsbeschluss vom 30. September schien das Ende des Künzelsauer Krankenhauses besiegelt. Um in eine neue und moderne Medizintechnik investieren zu können, müsse man Doppelstrukturen abbauen, erklärte der Landrat Neth damals. Doch nun könnte sich diese Frage neu stellen. Seit Monaten ebbt der Widerstand gegen die Schließung nicht ab. Mittwoch für Mittwoch demonstriert eine Bürgerinitiative (BI) gegen die Pläne. Auch in dieser Woche versammelten sich bei klirrender Kälte 300 Menschen. „Große Einheiten sind nicht automatisch wirtschaftlicher“, sagte der ehemalige ärztliche Direktor des Künzelsauer Krankenhauses und BI-Sprecher, Andreas Eckle.

Doch der Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) blieb auch bei einem Besuch des Künzelsauer Bürgermeisters Stefan Neumann, des BI-Vertreters Hans-Jürgen Saknus und des CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten am Montag in Stuttgart hart. Er mache weiterhin die Schließung der Klinik in der 15 000-Einwohner-Stadt zur Voraussetzung für Fördergeld aus dem Krankenhaus-Strukturfonds für einen Neubau in Öhringen (23 500 Einwohner), dem zweiten Klinikstandort im Hohenlohekreis. Der Strukturwandel in der Krankenhauslandschaft sei notwendig. „Die Haltung des Ministers ist inakzeptabel und bedeutet eine deutliche Schwächung des ländlichen Raums“, sagte Neumann im Anschluss daran.

Die ebenfalls zur Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken gehörenden SLK-Kliniken in Heilbronn haben dort zuletzt kräftig an den Standorten Gesundbrunnen und Plattenwald investiert. Die Mitglieder der BI vermuten, dass sich Heilbronn unliebsamer Konkurrenz entledigen möchte. Der Beschluss, die SLK-Kliniken in Möckmühl und Brackenheim zu schließen, ist bereits gefasst. „Andere Betten müssen verschwinden, damit Heilbronn wirtschaftlich wird“, sagte Eckle. „Am Neubau in Öhringen habe ich meine Zweifel.“

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