An der Fieberambulanz vor dem Eingang des RBK wird bei Neuzugängen die Temperatur gemessen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mit der Zunahmen der Infektionszahlen werden auch die schweren Verläufe der Covid-19-Erkrankung steigen. Die Stuttgarter Krankenhäuser haben sich darauf vorbereitet und intern umfangreich umstrukturiert.

Stuttgart - Die Stuttgarter Krankenhäuser bereiten sich intensiv auf die in den nächsten Tagen erwartete starke Zunahme auch schwerer Covid-19-Fälle vor. „Unser Klinikum wird komplett umgekrempelt“, sagte etwa Frank Weber­heinz, Sprecher des Diakonie-Klinikums. Die Zugänge und Wege werden so gestaltet, dass eine möglichst große Distanz zwischen den verschiedenen Patientengruppen erreicht wird. In allen Häusern wurden OPs, die verschoben werden können, abgesagt, Notfälle werden weiter operiert. Die Kapazität an Intensivplätzen wird deutlich ausgebaut. So wird im Diakonie-Klinikum auch der Zentral-OP nun als Intensivstation genutzt. Man habe vier weitere Beatmungsgeräte angeschafft, so dass man nun zwölf Beatmungsplätze habe. Im Diakonie-Klinikum liegt einer von mehreren Covid-19-Patienten in Stuttgart, die beatmet werden müssen. Der Zustand des Patienten sei weiter schwierig, aber stabil, sagte der Pressesprecher.

Kliniken haben alle Covid-19-Stationen

Im städtischen Klinikum hat man ein ganzes Gebäude, in dem früher die HNO-Klinik untergebracht war, zum Covid-19-Bereich umgewidmet. Dieser habe mehr als 100 Betten, sagte Kliniksprecher Hartmut Kistenfeger. Eine weitere Station mit 23 Betten wird im Krankenhaus Bad Cannstatt vorgehalten. Dort habe man auch die Intensivstation so umgerüstet, dass bei Bedarf 18 Patienten, die beatmet werden müssen, versorgt werden können. Im Katharinenhospital am Standort Mitte werden derzeit zehn Covid-19-Patienten behandelt, einer mit einem schwierigen Krankheitsverlauf. Dessen Zustand sei aber „leicht stabiler“, so Kistenfeger.

„Unsere Covid-19-Station mit 40 Betten füllt sich langsam“, sagte Mark Dominik Alscher, der Medizinische Geschäftsführer des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK). Schon vor dem Eingang wird bei Neuzugängen an der „Fieberstation“ jetzt die Temperatur gemessen. Bei positivem Ergebnis nehme die Person „einen komplett anderen Weg ins Haus“ als die anderen. Die Zahl der Intensivplätze wird im RBK von 43 auf 60 erhöht, mit zusätzlichen Beatmungsgeräten sind es 80.

Enge Kooperation

Auch im Marienhospital sei die neue Covid-19-Station mit 38 Betten jetzt in Betrieb, sagte Sprecherin Christine Unrath. Im Marienhospital werden auch zwei Patienten mit einem schweren Verlauf von Covid-19 behandelt.

Selbst die Charlottenklinik für Augenheilkunde führe nur noch dringende OPs durch, sagte der Chefarzt der Spezialklinik, Gangolf Sauder. Sollten in den größeren Häusern die Beatmungskapazitäten nicht mehr reichen, „dann würden wir auch unsere zur Verfügung stellen“.

Die Zusammenarbeit der Stuttgarter Krankenhäuser sei eng, sehr kollegial und flexibel, sagte Mark Dominik Alscher. Er ist überzeugt: „Wir sind gut aufgestellt.“

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