Wie findet man die passenden Kräuter für den Balkon, welche Erde ist am besten geeignet, und wie sieht es mit der Düngung aus? Gärtnermeister Burkhard Bohne gibt im Interview nützliche Tipps.
Stuttgart - Burkhard Bohne ist Technischer Leiter des Arzneipflanzengartens der Technischen Universität Braunschweig. Er schreibt als Kräuterbuchautor für verschiedene Verlage. Zudem verfasst er Gartenplaner mit dem Schwerpunkt Kräuter- und Nutzgärten. Im Interview erklärt er, worauf es beim Anbau von Kräutern auf dem Balkon oder im Garten ankommt.
Beliebte Küchenkräuter
Basilikum braucht viel Wärme, aber keine pralle Mittagssonne. Die Pflanze mag es feucht, geht bei Staunässe aber ein, deshalb täglich gießen aber regengeschützt pflanzen. Basilikum hat einen hohen Nährstoffbedarf, weshalb die in Töpfchen gekauften Pflanzen umgepflanzt werden sollten – in größere Gefäße, in die auch Kompost gemischt wird. Zur Ernte nie einzelne Blätter zupfen, sondern einen ganzen Trieb mit einer scharfen Schere oder einem Messer bis zu der nächsten Blattachsel abschneiden. So können neue Triebe nachwachsen, empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung.Basilikum nutzt man am besten frisch für Salate oder zum Kochen (erst gegen Ende der Garzeit zugeben). Für den Winter lässt es sich nicht besonders gut konservieren. Einen Versuch wert ist das Einfrieren im Eiswürfelbehälter (mit wenig Wasser auffüllen). Erfolgversprechender ist die Verarbeitung zu Pesto.
Oregano und Rosmarin sind typische Mittelmeerkräuter. Sie wachsen dort auf kargen, steinigen Böden, in der prallen Sonne mit wenig Regen. Ähnliche Bedingungen sollte man ihnen im Küchengarten bieten. Von Mai bis Oktober können Blätter und Triebspitzen geerntet werden. Oregano und Rosmarin kann man frisch genauso gut verwenden wie getrocknet. Das Trocknen geht am schnellsten im Backofen – wenige Stunden bei rund 30 Grad bei leicht geöffneter Tür genügen.
Petersilie braucht recht viele Nährstoffe und wächst am liebsten an einem warmen, halbschattigen Platz. Krause Petersilie hat einen höheren Wassergehalt. Sie welkt deshalb nach der Ernte nicht so schnell und ist ideal für Salate. Glatte Petersilie gilt als aromatischer. Zur Ernte das Laub mitsamt dem Stiel abschneiden. Wer Petersilie im Garten hat, kann sie bei Bedarf auch über den Winter frisch ernten. Auch Einfrieren ist eine gute Lösung.
Zitronengras wächst natürlicherweise in den Tropen und in den warmen, gemäßigten Gebieten Asiens. Es braucht also viel Sonne, Wärme sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Über den Sommer sollte es kräftig gegossen werden. Auch regelmäßiges Düngen von April bis August (etwa alle drei Wochen) ist nötig. Geerntet werden die Stängel, die man direkt an der Erdoberfläche abschneidet. Die unteren weißen Enden werden flach geklopft und dann mitgekocht. Klein geschnitten können die Stängel auch getrocknet und so im Winter zum Kochen verwendet werden.