Elke Hieber liebt Kräuter. Foto: Stoppel

Im Wald und auf den Wiesen hat die Kräutersaison begonnen. Elke Hieber ist fasziniert von Bärlauch, Gänseblümchen und Co. und rät, sich beim Sammeln an bestimmte Regeln halten. Auch, um die eigene Gesundheit zu schützen.

Burgstetten - Mutter Natur hat den Tisch bereits gedeckt: „Jetzt ist eine super Zeit, um die ersten jungen frischen Frühlingskräuter zu sammeln“, sagt Elke Hieber. Im Wald und auf der Wiese hat die Naturpädagogin schon einiges entdeckt: darunter Bekanntes wie Bärlauch und Gänseblümchen, aber auch vielleicht weniger Bekanntes wie Vogelmiere oder Gundelrebe. Letztere gehört zu ihren Favoriten: „Die Pflanze hat einen intensiven Geschmack, deswegen verwende ich sie relativ sparsam. Aber man kann tolle Sachen machen und sie zum Beispiel mit Süßem kombinieren. Ein Quark mit Äpfeln und Gundelrebe ist total lecker“, erzählt sie.

Sammeln nur für den eigenen Gebrauch

Vor 20 Jahren ist die gelernte Erzieherin während einer Fortbildung der Faszination der Kräuter erlegen. „Ich finde es immer noch ein tolles Gefühl, rauszugehen, Kräuter zu sammeln, Rezepte oder Heilmittel auszuprobieren und mit der Natur in Verbindung zu sein.“

Gerade aber wegen dieser Naturverbundenheit gibt es für Elke Hieber einige wichtige Regeln. Zum einen sei da die rechtliche Seite: „Die Menge eines Handstraußes darf jeder pflücken. Allerdings nicht zu gewerblichen Zwecken, sondern nur für den eigenen Gebrauch.“ Und in Naturschutzgebieten sei das Sammeln komplett untersagt.

Keine Kräuter von gedüngten Wiesen

Dann gebe es noch die ethische Seite, die ihr genauso wichtig ist. „Man sollte immer nur so viele Blätter pflücken, dass die Pflanze trotzdem stabil bleibt“, sagt sie, die auch immer genau schaut, wo sie ihre Kräuter sammelt. „Ich würde Felder meiden, die gedüngt werden, und Wiesen oder Waldstücke, von denen ich weiß, dass viele Hunde unterwegs sind. Auch auf Wiesen an stark befahrenen Straßen würde ich nicht sammeln“, sagt die 49-jährige Kräuterexpertin. Das seien für sie die wichtigen Grundregeln, mit denen sie ihre eigene Gesundheit schützen möchte.

Wichtigste Regel, um sich selbst nicht zu gefährden, sei aber, nur Pflanzen mitzunehmen, bei denen man sich ganz sicher ist, sie zu kennen. „Da kann zum Beispiel ein gutes Bestimmungsbuch weiterhelfen. Anfängern würde ich raten, eines mit einem Farbindex zu kaufen“, sagt Elke Hieber. Grundsätzlich freut sie, dass immer mehr Menschen die Welt der Kräuter für sich entdecken. „Viele gehen nicht mehr in den Garten, um Unkraut zu jäten, sondern um Wildkräuter zu ernten.“

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