Auch im Landkreis Esslingen wurde sie bereits gesichtet. Grusel und Panikattacken löst das stark behaarte Monster mit den acht langen Beinen und dem beeindruckenden Muster auf ihrem Rücken bei vielen Menschen aus.
Ein kleiner Einwanderer sorgt für große Aufregung: Die Nosferatu-Spinne, die eigentlich im Mittelmeerraum und in Nordafrika zu Hause ist, fühlt sich inzwischen offenbar auch in Deutschland wohl. „Zoropsis spinimana“, wie sie im Fachjargon heißt, wird seit einigen Wochen immer öfter im Südwesten gesichtet. Am Bodensee zum Bespiel, in Tübingen und rund um Stuttgart, berichtet der Naturschutzbund (Nabu). Auch zahlreiche Esslinger haben schon Bekanntschaft mit dem nächtlichen Jäger gemacht, via Facebook teilen sie ihre Beobachtungen.
Grusel und Panikattacken löst das stark behaarte Monster mit den acht langen Beinen und dem beeindruckenden Muster auf ihrem Rücken bei vielen Menschen aus. Dabei sei eine übermäßige Angst vor der Spinne völlig unbegründet, sagt Robert Pfeifle vom Nabu Baden-Württemberg. „Nähert sich etwas so Großes wie ein Mensch, wird auch die Nosferatu-Spinne nicht angreifen, sondern versuchen zu fliehen.“ Doch der Spinnenkenner räumt ein: „Wird sie in die Enge getrieben, kann es vorkommen, dass sie zu beißen versucht.“ Es könne durchaus unangenehm werden, wenn sie mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringt: Wie alle Spinnen habe sie Gift, um Beutetiere zu betäuben. Ein Biss sei für den Menschen laut Pfeifer normalerweise so schmerzhaft wie ein Bienen- oder Wespenstich und – zumindest dann, wenn keine Allergie vorliegt – eher harmlos. Dennoch ist der Hype um das zur Familie der Kräuselspinnen gehörende Krabbeltierchen groß. Was wohl auch auf den reißerischen Namen zurückzuführen ist: Der erinnert an die Figur „Nosferatu“ aus dem gleichnamigen Stummfilmklassiker.
Die Spinne ist ein geschickter Jäger, der ohne Netze seine Beute jagt – und sich dabei mitunter in Wohn- und Schlafzimmer verirrt. Wer dort ein Exemplar findet, könnte „ein ausreichend großes Gefäß über sie stülpen, einen dünnen Karton zwischen Untergrund und Glas schieben und die Spinne sicher nach draußen befördern“, lautet die Empfehlung des Nabu-Fachmanns.
Die Spinne wurde im Jahr 2005 erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen. „Seitdem hat sie sich, wahrscheinlich mit Hilfe des Güter- und Warenverkehrs, vor allem entlang der Rheinschiene ausgebreitet“, meint Pfeifle. Die Naturschützer wollen mehr darüber erfahren und sammeln deshalb gemeinsam mit dem „Netzwerk Naturgucker“ Daten zu einzelnen Sichtungen auf einem Online-Portal.„Ziel ist es, mehr über das Vorkommen dieser Art und ihre möglicherweise durch den Klimawandel und andere Faktoren bedingte Ausbreitung in Deutschland zu dokumentieren“, so Pfeifle.
Sichtungen der Nosferatu-Spinne melden: https://nabu-naturgucker.de/app/nosferatu