Erst wird die Zahnpasta ins Glas gequetscht, dann die Tube aufgeschnitten und gereinigt. So kann Christoph Stahl vom Eichamt Fellbach berechnen, welche Restmenge in der Verpackung bleibt Foto: Ines Rudel

Egal ob Zahnpasta oder Bodylotion: Viele Verpackungen bekommt man trotz Schütteln und Quetschen nicht leer. Ein kleiner Test beim Eichamt Fellbach zeigt, dass bis zu 30 Prozent des Inhalts deshalb ungenutzt im Müll landen. Wir verraten, was die Hersteller dazu sagen.

Stuttgart - Ein paar weiße Spritzer, ein letztes, leises Furzgeräusch, dann rückt die Bodylotion keine Creme mehr heraus. Zu Hause würde die Flasche nun im Mülleimer landen. Im Eichamt in Fellbach aber geht es ihr heute an den Kragen. Mitarbeiter Christoph Stahl schneidet sie mit einer großen Schere auf. Die duftende Lotion, die hartnäckig an den Seitenwänden und in den Schultern der Flasche klebt, würde locker reichen, um den Körper noch mehrmals einzucremen. Stahl spült sie mit viel Wasser den Abfluss hinunter. Dann reinigt er die Ritzen der Verpackung erst mit einem Tuch und schließlich mit Druckluft.

So sauber würde der Verbraucher seine Cremeflaschen und Zahnpastatuben auch gern bekommen – auf ganz normalem Weg, also indem er die Inhalte durch die vorgesehene Öffnung drückt. Doch Versuche in heimischen Badezimmern zeigen genauso wie im Eichamt Fellbach: Ohne Aufschneiden ist den verflixten Resten meist nicht beizukommen.

Zehn bis 30 Prozent Creme bleiben in allen Verpackungen zurück

Dabei geht es nicht um einen Klacks Creme. Nachdem Christoph Stahl die Verpackung der Bodylotion in vollem, normal geleerten und komplett gesäuberten Zustand gewogen hat, zeigt sich: Rund 25 Prozent des Inhalts hätte der Verbraucher normalerweise in den Mülleimer geschmissen. Oder aber 1,14 Euro. Auch bei drei weiteren Körpercremes in unterschiedlichen Verpackungen und zwei Zahnpasten ergeben sich ähnliche Verluste zwischen zehn und 30 Prozent. „Natürlich sind das keine repräsentativen Ergebnisse, sondern nur Stichproben mit Einzelverpackungen“, sagt Christoph Stahl vom Eichamt. „Aber es ist schon auffällig, dass die Entleerbarkeit unabhängig von Verpackungsart und Hersteller Schwierigkeiten bereitet.“

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