Auch die Bahnhofstraße soll attraktiver werden. Foto: Simon Granville

Die Idee einer Fußgängerzone ist in Kornwestheim vorerst vom Tisch. Doch die Bahnhof- und die Güterbahnhofstraße sollen attraktiver werden.

In schönen Farben hatte Oberbürgermeister Nico Lauxmann (CDU) seine Vorstellungen für die Innenstadt von Kornwestheim gemalt. Er und der Rest der Verwaltungsspitze hätten es gerne gesehen, wenn die Güterbahnhofstraße nach der geplanten Sanierung autofrei werden würde.

 

Doch diesem Vorschlag erteilte der Gemeinderat im Sommer mehrheitlich eine Absage. Auch bei der Idee, den Wochenmarkt vom Kulturzentrum „K“ auf den Holzgrundplatz zu verlegen, musste der OB zurückrudern. Nun sind also andere Ansätze gefragt, um den Stadtkern zu beleben.

Was ist die Vorgeschichte?

In den bisher zwei Jahren seiner Amtszeit hat Nico Lauxmann einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Kerns von Kornwestheim gelegt. Aber für zwei seiner Vorstöße fand er keine breite Unterstützung. Ist sein Konzept für die Innenstadt gescheitert? Nein, betont der Oberbürgermeister.

Der Vorschlag, die in die Jahre gekommene Güterbahnhofstraße zu sanieren, sei angenommen worden. Mit dem Kompromiss eines verkehrsberuhigten Bereichs, bei dem der Einzelhandel wenige Parkplätze für ältere oder körperlich beeinträchtigte Kundschaft behält, kann Lauxmann leben. „Auch für die Sanierung des City-Parkhauses haben wir ein positives Signal vom Gemeinderat bekommen“, sagt er.

Wie wird sich der Stadtkern in den kommenden Jahren verändern?

Rathauschef Nico Lauxmann verweist darauf, dass die zentrale Innenstadt von Kornwestheim, der Bereich Güterbahnhofstraße und Bahnhofsvorplatz, ins Landessanierungsprogramm aufgenommen worden ist. Dabei gehe es unter anderem darum, weiteren Wohnraum und zusätzliche Angebote für die Einwohner zu schaffen.

Neben der Sanierung des City-Parkhauses und der Güterbahnhofstraße sollen private Eigentümer motiviert werden, ihre Immobilien zu modernisieren. Auch in der Bahnhofstraße, in der ebenfalls etliche Geschäfte ansässig sind, soll sich etwas tun: Zwei Häuser werden abgerissen, dafür wird ein Neubau mit Wohnungen und Fläche für den Einzelhandel entstehen. „Es ist ein Teil der Zukunftsfähigkeit einer Stadt, mit Gestaltungsmaßnahmen Lebens- und Aufenthaltsqualität zu schaffen“, sagt Daniel Güthler, der Erste Bürgermeister.

OB Nico Lauxmann kündigt große Veränderungen für die Innenstadt an. Foto: Werner Kuhnle

Wird es künftig mehr Gastronomie geben?

Erst kürzlich musste ein kleines Café in der Bahnhofstraße schließen. Doch der Wunsch nach weiteren gastronomischen Angeboten wurde zuletzt nicht nur von Stadträten geäußert. „Wir haben in der Güterbahnhofstraße ein Grundstück ankaufen können“, sagt Lauxmann.

„Es sieht derzeit so aus, als könnten wir einen Gastronomen gewinnen, der die untere Fläche des Neubaus nutzen wird.“ Die Bürgermeister sehen darüber hinaus ebenfalls Potenzial für weitere Anbieter. „Aber die Gastronomie befindet sich derzeit in schwierigen Zeiten, was neue Ansiedlungen nicht einfacher macht“, sagt Lauxmann nachdenklich.

Sind Leerstände ein Problem?

„Wir haben an manchen Stellen einen zeitweisen Leerstand bei Ladenflächen, aber bei Weitem nicht in dem Umfang anderer Städte“, betont Lauxmann. Bei städtischen Immobilien müsse die Stadt in Vorleistung gehen, um moderne Flächen anbieten zu können. Als Beispiel nennt der OB die Filiale von Ernstings Family.

Durch den Neubau könne man das Bekleidungsgeschäft in der Innenstadt halten. Auch in weiteren städtischen Gebäuden sind Einzelhändler untergebracht, ergänzt Bürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel, zuständig für die Wirtschaftsförderung. Das Stadtmarketing unterstütze außerdem private Eigentümer bei der Suche nach gewerblichen Mietern.

Was unternimmt die Verwaltung, damit der Einzelhandel nicht zu eintönig wird?

An Friseuren, Dönerläden und Wettbüros mangelt es in der Innenstadt von Kornwestheim nicht. Das gibt die Verwaltungsspitze zu. „Wenn einzelne Branchen überhandnehmen, spricht das nicht für eine nachhaltige Entwicklung der Innenstadt“, sagt Güthler. Über eine aktive Wirtschaftsförderung suche die Stadt das Gespräch mit privaten Vermietern. „Aber der Eigentümer darf natürlich vermieten, an wen er möchte“, sagt Lauxmann.

Ihm ist bewusst, dass es schwierig sein kann, überhaupt Interessenten zu finden. Den Ansatz, einzelne Branchen zu verbieten, womit andere Städte bundesweit Schlagzeilen gemacht haben, will man in Kornwestheim jedenfalls nicht verfolgen. Das sei kein Thema und dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, sagen die drei unisono.

Welche Rolle spielen Veranstaltungen künftig?

In den vergangenen Jahren wurden neue Formate etabliert und das Stadtfest wieder aufgelegt. Daran soll festgehalten werden. Veranstaltungen hätten eine Magnetwirkung und sorgten dafür, dass Leute in die Innenstadt kommen, sagt Koch-Haßdenteufel.

„Uns ist es wichtig, dass möglichst oft etwas in der Innenstadt stattfindet.“ Im Wechsel mit dem alle zwei Jahre ausgerichteten Stadtfest soll es ab dem kommenden Jahr im Winter zudem ein zusätzliches Fest mit weihnachtlichem Schwerpunkt geben.