Schon wenige Tage nach dem letzten Betriebstag, ist der Wertstoffhof in Kornwestheim leer geräumt für den Umbau. Foto: Frank Ruppert

Seit Anfang der Woche ist der Wertstoffhof in Kornwestheim wegen Umbaus geschlossen. Nutzer kritisieren, dass dies zu spät kommuniziert wurde. Das sagen Stadt und Kreis.

Mehr Komfort und Service soll der Kornwestheimer Wertstoffhof künftig bieten. Deshalb baut die AVL ihn zu einem „Wertstoffhof Plus“ um. Künftig sollen dann in Kornwestheim mehr Wertstoffe und Renovierungsabfälle abgeladen werden können. Die dafür notwendige Schließzeit und deren Ankündigung sorgten bei manchem Kornwestheimer aber für Verdruss.

 

Bis „Ende 2026“ müssen Kornwestheimer nun für die Entsorgung von Elektrogroßgeräten, Möbeln oder Restsperrmüll auf Höfe in Ludwigsburg, Bönnigheim, Asperg oder Bietigheim-Bissingen ausweichen. Wer lieber vor Ort entsorgen wollte, musste dies bis vergangenen Samstag getan haben. Das hat erwartbar zu einem großen Andrang geführt. Vor allem wahrscheinlich, weil viele erst kurz zuvor von der Schließung erfuhren.

Kennzeichnung der Schließung auf Google

Das Landratsamt Ludwigsburg hat dazu am 7. April eine Presseinformation verschickt, also vier Tage vor dem letzten Öffnungstag des Wertstoffhofs. „Wer eine so große Kommunikationsabteilung hat, müsste besser arbeiten“, findet Bruno Authaler. Der Kornwestheimer hat nach eigenem Bekunden nur durch Zufall von der Schließung erfahren, als er Schnittgut abgab. Ähnlich sei es vielen seiner Bekannten gegangen. Aus seiner Sicht hätte die AVL dies schon mit dem Abfallgebührenbescheid Ende Februar mitteilen können.

So wie noch vor ein paar Jahren wird es auf dem Wertstoffhof in Kornwestheim künftig nicht mehr aussehen. Ein Umbau steht an. Foto: Dominik Florian

„Wir haben auf verschiedenen Kommunikationskanälen rechtzeitig und über einen längeren Zeitraum über den Start des Ausbaus und die Schließung des Wertstoffhofs Wasserturm in Kornwestheim informiert“, hält Landratsamtssprecher Andreas Fritz dagegen. Unter anderem auf der AVL-Homepage stehe die Info schon seit knapp zwei Wochen, also Anfang April. Unter anderem sei zudem der Wertstoffhof auf Google als vorübergehend geschlossen gekennzeichnet und man habe über die AVL-App darauf hingewiesen.

Kornwestheim informierte früher

Bei der Stadt Kornwestheim war man sich der Tragweite der Schließzeit bewusst. „Der Stadt Kornwestheim war es wichtig, ergänzend zur zuständigen AVL ebenfalls rechtzeitig über die Maßnahmen auf dem Wertstoffhof zu informieren. Deshalb wurde die Pressemitteilung der AVL unverzüglich nach Eingang am Donnerstag, 26. März, und damit zweieinhalb Wochen vor der Schließung über die städtischen Kanäle veröffentlicht“, erklärt Pressesprecherin Sandra Schuon.

Die Mitteilung habe mehrere Tage lang auf der Startseite der städtischen Homepage gestanden, sei als Push-Meldung in die Kornwestheim-App eingelaufen und sei über den Reiter „Aktuelles“ nach wie vor abrufbar. „Auch in der Story der Social-Media-Kanäle wurde die Schließung thematisiert“, so Schuon weiter.

Beim Grüngut gibt es weiterhin eine Anlaufstelle in Kornwestheim. Bislang konnte am Wasserturm holziger Grünschnitt und krautiges sowie grasiges Material abgegeben werden. Als Interimsstandort wurde der städtische Bauhof auserkoren, der bietet allerdings keine Öffnung am Samstag mehr an.

Das liege laut Schuon daran, dass städtische Mitarbeiter des Bauhofs sich derzeit zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben um die Grünschnitt-Container kümmern. „Die Stadt Kornwestheim hat für die freiwillig übernommenen Aufgaben keine zusätzlichen personellen Kapazitäten – deshalb ist eine zusätzliche Öffnung des Betriebsgeländes des Bauhofs am Samstag leider nicht möglich“, sagt die Pressesprecherin.