Ob im Tower oder auf der Startbahn – die Besucher konnten beim Tag der offenen Tür ganz nah ran. Foto: Horst Dömötör

Die Flugbetriebsgemeinschaft Pattonville hat beim Tag der offenen Tür Neugierige in Hangars und in den Tower schauen lassen.

Kornwestheim - Dicke dunkelblaue Flecken sind auf dem Computerbildschirm hoch oben im Tower des Pattonviller Flugplatzes zu sehen. Eilig wandern sie von West nach Ost direkt auf Kornwestheim zu und verkünden eines ganz sicher: Es wird regnen.

 

Der Niederschlagsradar erklärt, warum es am Sonntag auf der Start-und-Lande-Bahn des Pattonviller Flugplatzes nicht gerade vor Fliegern wimmelt. Umso voller ist es dafür im Tower. Immer wieder schlängeln sich Kinder und Eltern die enge Treppe nach oben, um am Tag der offenen Tür einen Blick hinunter auf die Flugbahn und auf die beeindruckende Aussicht Richtung Stuttgart werfen zu können.

Als Flugprofi steht Markus Halber, Mitglied der Flugbetriebsgemeinschaft Pattonville, bereit. Er beantwortet Fragen und erklärt an diesem Tag wohl an die 100-mal, wie der Tower funktioniert. „Hier in Pattonville haben wir einen sogenannten unkontrollierten Flugbetrieb“, berichtete er. Das heißt, dass jeder Pilot selbst verantwortlich ist und für sich entscheiden muss, ob er starten möchte. In einem Flugbuch werden alle Starts und Landungen genau vermerkt. Am Wochenende wird von einem Vereinsmitglied der Regenradar gecheckt und der Kontakt zu den Piloten über ein Funkgerät gehalten. Die Zahl der Motorflugstarts ist begrenzt auf 30 pro Tag, unter der Woche starten in der Regel zwischen vier und fünf Flieger am Tag – bei schönem Wetter am Wochenende können es schon einmal deutlich mehr sein. „Geflogen wird hier von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang“, erklärt Halber. Über die Mittagszeit werde aus Lärmschutzgründen eine Pause eingelegt.

„Woher wissen die Flieger denn, ob sie gerade starten können?“, will ein kleiner Tower-Besucher wissen. „Im Gegensatz zur Straße hat man in der Luft auch nach oben hin Platz“, erklärt Markus Halber. „Wer uns in die Quere kommen könnte, sind Flieger vom Stuttgarter Flughafen. Und die fliegen einfach deutlich höher, da fliegen wir mit unseren Maschinen einfach darunter.“ Priorität bei den Starts hat natürlich der Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht, der in Pattonville stationiert ist. Auch die Starts und Landungen von Christoph 51 werden im Flugbuch im Tower festgehalten. Erstmals hatte am Sonntag die Flugbetriebsgemeinschaft gemeinsam mit dem Arbeitskreis Biotopverbund Mühlhausen/Zazenhausen zum Tag der offenen Tür auf den Flugplatz eingeladen. „Wir freuen uns, wenn sich die Gäste zu uns auf den Platz wagen“, sagt Markus Halber. Zu sehen gab es dort auch eine ganze Menge: Den ganzen Tag über konnte der Flugplatz besichtigt und der Rettungshubschrauber aus der Nähe inspiziert werden. Wer ein Flugzeug ganz hautnah sehen wollte, durfte auch mal in einem Cockpit Platz nehmen. Natürlich war auch für Essen und Trinken gesorgt – so konnten sich die Besucher während des nächsten Regenschauers im Vereinsheim mit Glühwein aufwärmen und leckere Waffeln verspeisen, bevor es weiter zur nächsten Besichtigung ging.