Noch Platz: Zwischen Rewe (orangenes Gebäude) und Frauenried könnte gebaut werden. Foto: Archiv/Werner Kuhnle

An der Grenze zu Ludwigsburg entsteht eine neue Unterkunft – was die Ludwigsburger ziemlich überraschen dürfte.

Pattonville - Es ist das letzte noch verfügbare Grundstück in Pattonville. Remseck und Kornwestheim würden es gerne vom Zweckverband erwerben und hinter dem Rewe-Markt am Frauenried – die Straße gehört bereits zu Ludwigsburg-Grünbühl – ein großes Wohnhaus für Flüchtlinge errichten. Das bestätigte Oberbürgermeisterin Ursula Keck am Donnerstag in der Sitzung des Gemeinderats auf Nachfrage von Ralph Rohfleisch, Vorsitzender der Fraktion Grüne/Linke.

Noch ist nichts beschlossen, aber die Überlegungen sind weit fortgeschritten. 200 Plätze sollen geschaffen werden, das Haus, soll über vier Geschosse verfügen. Geplant seien Räume für Wohngemeinschaften, aber auch Wohnungen für Familien. Die Erschließung müsste nach derzeitigen Überlegungen über die Ludwigsburger Gemarkung erfolgen, weil von Pattonville aus nur ein Fußweg zum Areal führt. Dass die Pläne jetzt schon publik werden, passt nicht ganz ins Konzept der beiden Kommunen, weil zunächst verwaltungsintern, so Keck, mit Ludwigsburg Kontakt aufgenommen werden sollte.

Nicht schon wieder eine neue Heimat

Die Wohnungen sollen Flüchtlingen in der sogenannten Anschlussunterbringung zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich um Menschen, über deren Asylantrag entschieden worden ist und die in Deutschland bleiben dürfen. Jede Stadt muss eine bestimmte Zahl von Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung aufnehmen. Keck geht davon aus, dass Kornwestheim, das bereits 93 anerkannten Flüchtlingen Wohnraum zur Verfügung gestellt hat, weitere 225 Personen bis zum Ende des kommenden Jahres beherbergen muss. Häufig handelt es sich dabei um Personen, die schon jetzt in der Erstunterbringung in Kornwestheim leben, allerdings in Gemeinschaftsunterkünften, die sie verlassen müssen, wenn ihr Asylantrag positiv beschieden worden ist. Man sei bemüht, diese Menschen nicht in neue Kommunen zu schicken, sondern sie in der Stadt zu belassen, in der sie betreut werden und womöglich auch schon Kontakte geknüpft haben. Remseck hat derzeit 80 Personen untergebracht, verteilt auf 30 Standorte, wie die Stadt betont. Für dieses Jahr rechnet Remseck mit 170 weiteren Zuweisungen.

Die Kommunen teilen sich die Plätze

Von dem ursprünglichen Plan, die Flüchtlinge übers Stadtgebiet verteilt unterzubringen, rücke man wieder ein wenig ab, so Keck. Gesellschaftlich gesehen sei das vermutlich die bessere Lösung, andererseits hätten Flüchtlinge bekundet, dass sie lieber Tür an Tür mit Landsleuten lebten, weil die soziale Anbindung besser sei. Deshalb habe eine große Unterkunft für 200 Personen auch ihre Vorteile. Die 200 geplanten Plätze werden zwischen Kornwestheim und Remseck aufgeteilt. Jede Kommune darf 100 Plätze belegen. Damit kann Kornwestheim knapp die Hälfte der Menschen mit Wohnraum versorgen, für die in nächster Zeit Platz gefunden werden muss.

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