Foto: Stadt Kornwestheim

Die Stadtbücherei hatte zuletzt über die Mittagszeit von 13:00 bis 14:00 Uhr geschlossen. Grund dafür war, dass zahlreiche Jugendliche aus den umliegenden Schulen in den vergangenen Monaten verstärkt durch Vandalismus, Vermüllung des Hauses, Lärmbelästigungen und massiven Beleidigungen gegenüber dem Büchereipersonal auffällig geworden sind.

Ab Dienstag, 11. Juni 2024, soll die Stadtbücherei zur Mittagszeit wieder öffnen. Welche Maßnahmen nun im Nachgang ergriffen werden sollen, haben die Verwaltung, die Stadtbücherei und die Schulen an einem Runden Tisch besprochen.


WLAN wird in der Mittagszeit ausgeschalten

Ein zentrales Element der Maßnahmen ist die Abschaltung des freien WLANs in der Stadtbücherei von 13:00 bis 14:00 Uhr. Dies ist bereits erfolgt. Das kostenlose WLAN ist ein Hauptgrund dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler in der Stadtbücherei aufhalten. Alternativ wird geprüft, ob sogenannte "Hotspot-Bänke" im Salamander-Stadtpark aufgestellt werden können, deren Nutzungszeiten dann analog zu den Schulzeiten erfolgen sollen.

Zu Beginn der Wiedereröffnung der Stadtbücherei wird der städtische Vollzugsdienst zur Unterstützung des Bücherei-Teams verstärkt vor Ort sein. Zeitgleich ist geplant, dass die Abteilung Jugend der Stadt Kornwestheim gemeinsam mit der Schulsozialarbeit und der Stadtbücherei aktiv in die Klassen geht, um im Rahmen des Unterrichts über die Verhaltensregeln in der Stadtbücherei zu informieren.

Alternativer Aufenthaltsort

Ein alternativer Aufenthaltsort für die Schülerinnen und Schüler ist die "Oase" der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule (PMH-Schule). Aufgrund der Betreuung der jüngeren Schulkinder, die dort momentan zur Mittagszeit stattfindet, steht diese den älteren Schülerinnen und Schülern aktuell nur bedingt zur Verfügung. Petra Dorenkamp, geschäftsführende Schulleiterin und Schulleiterin der PMH-Schule, hat jedoch angekündigt, dass ab dem nächsten Schuljahr eine Lösung angestrebt wird, die es den älteren Schülerinnen und Schülern ermöglicht, diesen Bereich wieder zu nutzen. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll zudem erneut ein Informationsschreiben an die Eltern verschickt werden und das Thema auch in die Elternabende einfließen.

Am Beispiel der PMH-Schule soll in Abstimmung mit der Abteilung Jugend der Stadt Kornwestheim ein "Peer-Projekt" eingeführt werden, bei dem Schülerinnen und Schüler, sogenannte "Peers", als Ansprechpersonen zwischen der Stadtbücherei und der Schülerschaft fungieren sollen. Hier müssen allerdings zunächst Freiwillige gefunden sowie deren Aufgaben definiert werden. Bei einem weiteren Termin Mitte September soll das Projekt näher behandelt werden. Die Mobile Jugendarbeit soll noch stärker als direkter Ansprechpartner für die Jugendlichen fungieren. Hier können Bedarfe der Jugendlichen und mögliche Problemlagen besprochen werden. Als eine mögliche Lösung zur Entschärfung der Situation in der Stadtbücherei wurde beim Runden Tisch auch eine Zugangsregelung zur Mittagszeit diskutiert. Die Option, den Zugang tageweise für unterschiedliche Klassenkombinationen zuzulassen, wird geprüft.

„Unsere Stadtbücherei soll ein Ort der Ruhe und des Lernens sein – ein sicherer Rückzugsort für alle Bürgerinnen und Bürger. Die jüngsten Vorfälle haben uns dazu veranlasst, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen. Mir ist es wichtig zu betonen, dass wir den Jugendlichen eine brauchbare Alternative bieten wollen. Die temporäre Abschaltung des WLANs und die Prüfung alternativer Hotspot-Bänke im Stadtpark sowie die zusätzlichen Präventionsprojekte sind wichtige Maßnahmen, um die Situation nachhaltig zu verbessern und die Bibliothek als friedlichen Lernort zu bewahren", sagt Oberbürgermeister Nico Lauxmann.

„Unsere Schulen haben die Verantwortung, den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch den respektvollen Umgang mit öffentlichen Einrichtungen wie der Stadtbücherei zu fördern. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der Stadtbücherei neue Wege gehen müssen, um ein sicheres und respektvolles Miteinander zu gewährleisten. Wir unterstützen die Maßnahmen der Stadt und arbeiten eng zusammen, um eine positive Veränderung herbeizuführen", sagt Dorenkamp.

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