So sah es beim Jahreskonzert 2019 aus. Foto: Archiv / Peter Mann

Die Städtischen Orchester geben nach lange Zeit wieder ihr Jahreskonzert.

Die Gefühlslage bei den Musikern des Großen Blasorchesters ist im Vorfeld ein bunter Mix – genau wie das Programm, das die Besucher beim Jahreskonzert der Städtischen Orchester am Samstag, 9. April, im K zu hören bekommen werden.

Herr Meyle, nach zwei Jahren Pause jetzt das musikalische Ziel so nah vor Augen zu haben – wie fühlt sich das an?

Es ist eine Mischung aus Motivation, Vorfreude und Nervosität. Natürlich sind wir froh, dass wir wieder auftreten können. Aber die Routine, die wir normalerweise bei zwei Konzerten pro Jahr haben, fehlt uns. Außerdem bleibt in diesen Tagen vor dem Konzert immer die Frage: Was machen wir, wenn jemand kurzfristig in Quarantäne muss?

Gibt’s da einen Plan B?

Wie wir damit umgehen, müssten wir von Fall zu Fall entscheiden. Aber die Gefahr ist natürlich nach wie vor da.

Sie hatten im Vorfeld angemerkt, dass das Orchester ohnehin personell nicht aus den Vollen schöpft. Warum nicht?

In unseren Glanzzeiten vor Corona hatte das Große Blasorchester 70 Musikerinnen und Musiker. Am Samstag werden es 52 sein. Wir haben während der vergangenen zwei Jahre regelmäßig geprobt, soweit es die Situation zugelassen hat. Da waren es nur um die 30. Als wir Ende 2021 gesagt haben, dass wir das Jahreskonzert angehen wollen, kam aber noch ein Schwung dazu.

Liegt’s nur an Corona?

Einige sagen, dass ihnen Proben und Auftritte zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh und zu unsicher sind. Das ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen; da haben wir als Verein überhaupt nichts vorgegeben. Wir als Verein sagen aber auch: Jetzt ist für uns der richtige Zeitpunkt. Hinzu kommt, dass einige Musiker auch aus Altersgründen ausgeschieden sind.

Was gibt es denn am Samstag zu hören? Als Gastorchester ist der Musikverein aus Weitenung mit dabei.

Unsere Musikerinnen und Musiker durften selbst über ein digitales Voting aussuchen, was sie spielen möchten. Das war die Idee unseres Dirigenten Gunnar Dieth. Es wird ein bunter Mix von Neuer Deutscher Welle über Rock-Klassiker, Disney-Musik, Morricone, James Bond und Lord of the Dance. Unsere Gäste aus Weitenung, mit denen seit 2010 Freundschaft und Austausch bestehen, haben eher Klassisches wie Marschmusik und eine Polka im Gepäck. Am Ende spielen wir gemeinsam „Imagine“ von John Lennon in einer Big-Band-Version, als musikalisches Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine.

Das Jahreskonzert im K startet um 19.30 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Karten kosten 17 Euro (10  Euro ermäßigt) und sind in der Stadtbücherei, bei Foto Bartmann sowie allen Mitgliedern des Großen Blasorchesters erhältlich. In Sachen Corona gelten die am 9. April gültigen Vorgaben.