Foto: Bild: Thomas Kolin

Kornwestheim - Unter dem Motto „Zeitreise – von ABBA bis Schubert“ nahm der Liederkranz Kornwestheim unter der Leitung von Enrico Trummer sein Publikum beim Jahreskonzert am 9. Mai 2026 im Theatersaal des K mit auf eine musikalische Reise durch gut 200 Jahre Musikgeschichte. Gemeinsam mit dem Akkordeon-Orchester Kornwestheim, dem Schulchor der Schillerschule sowie Tenor-Solist Jörg Aldag und Michaela Hertmann-Trummer am Klavier entstand ein abwechslungsreicher Konzertabend, der Tradition, Unterhaltung und musikalische Vielfalt auf eindrucksvolle Weise verband.

 

Eröffnet wurde das Konzert mit der Württemberg-Hymne „der reichste Fürst“, welche von E. Trummer für diesen Anlass speziell für den Männerchor arrangiert wurde. Mit Franz Schuberts „Die Nacht“, Silchers „Frisch gesungen“ und Kreutzers „Schon die Abendglocken klangen“ wurde danach die Klangwelt der Romantik lebendig. Besonders fein gelangen dabei die ruhigen, getragenen Passagen, die der Chor, angeleitet durch Trummer, mit großer Ausdruckskraft und harmonischer Geschlossenheit präsentierte. Auch Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 6“ brachte bereits im ersten Teil Schwung und Dynamik in das Konzert.

Mit Brahms’ „Ungarischem Tanz Nr. 5“, Dvoráks „Slawischem Tanz Nr. 10“ und dem schwungvollen „Frühlingsstimmen Walzer“ von Johann Strauss sorgten die Musikerinnen und Musiker des Akkordeon-Orchesters unter der Leitung von Richard Bintz mit ihrer Spielfreude für lebendige Kontraste innerhalb der musikalischen Zeitreise.

Ein erster Höhepunkt des Abends folgte im gemeinsamen Auftritt von Chor und Akkordeon-Orchester mit Johann Strauss’ berühmtem Walzer „An der schönen blauen Donau“ (mit Solo von Andreas Kurzer und Jörg Tittel). Beim mitreißenden „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater) als Finale des ersten Programmteils animierte Trummer das begeisterte Publikum zu rhythmischen Klatscheinlagen, die allen sichtlich Freude bereitete.

Nach der Pause übernahm der Schulchor der Schillerschule die Bühne und begeisterte das Publikum mit viel Freude, Energie und kreativen Choreografien. Unter der Leitung von Lehrerin Yana Shevlyuga präsentierten die Kinder die Lieder „Singen macht Spaß“, „Der Löwe schläft heut Nacht“ und „Wenn der Elefant in die Disco geht“.

Die musikalische Zeitreise erreichte im zweiten Programmteil dann das 20. Jahrhundert. Das „Berliner Luft“-Potpourri von Paul Lincke sowie der „Sportpalast-Walzer“ von Friedrich Translateur entführten die Zuhörer in die goldenen Zwanzigerjahre. Gerade der „Sportpalast-Walzer“ entwickelte sich zu einem der denkwürdigsten Momente des Abends: Beim zweiten Walzerteil pfiff das Publikum begeistert mit und verwandelte den Konzertsaal in einen großen musikalischen Gemeinschaftsmoment.

Für einen besonderen musikalischen Akzent sorgte dann der Soloblock mit Tenor Jörg Aldag. Mit den italienischen Klassikern „Torna a Surriento“, „Marechiare“ und „O sole mio“ brachte er mediterranes Flair in den Theatersaal und überzeugte das Publikum mit seiner gefühlvollen Stimme. Mit John Miles’ „Music“ setzte das Akkordeon-Orchester anschließend noch einmal einen modernen und abwechslungsreichen Akzent innerhalb der musikalischen Zeitreise.

Im letzten Konzertteil schlug der Liederkranz schließlich die Brücke zur modernen Popmusik. Mit „Heute hier, morgen dort“, „Über den Wolken“ und „Männer“ zeigte der Chor seine Vielseitigkeit auch im populären Repertoire - einmal mehr souverän und versiert am Klavier begleitet von Michaela Hartmann-Trummer. Den stimmungsvollen Abschluss des Konzerts bildete schließlich ABBAs „Mamma Mia“, das vom Chor gemeinsam mit dem Akkordeon-Orchester präsentiert wurde.

Das Jahreskonzert des Liederkranzes Kornwestheim erwies sich damit als gelungene musikalische Zeitreise durch zwei Jahrhunderte Musikgeschichte. Die abwechslungsreiche Programmgestaltung, die gelungenen gemeinsamen Auftritte von Chor und Akkordeon-Orchester sowie die spürbare Freude aller Mitwirkenden machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis.

Johannes Lux

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