Foto: Stadt Kornwestheim

Hunde brauchen Auslauf – und das mehrmals am Tag. Dass Hundehalterinnen und -halter dabei auch gerne einmal auf die Leine verzichten möchten, ist nachvollziehbar. Allerdings ist das nicht überall möglich. Außerhalb des Kornwestheimer Stadtgebiets gilt vielerorts keine Leinenpflicht. An einem besonderen Ort jedoch schon: In der Steingrube, dem Gebiet zwischen dem Reit- und Fahrverein Kornwestheim e.V., dem Golfplatz und der Aldinger Straße, müssen Hunde angeleint werden.

Und das aus gutem Grund. Das knapp 16 Hektar große Gebiet hat eine für Kornwestheim einmalige landschaftsökologische Bedeutung und soll langfristig für den Naturschutz gesichert werden. Es bietet mit seinen Streuobstwiesen, Feldhecken, Baumgruppen, Steinriegeln, Trockenmauern und Wiesen- sowie Totholzflächen, Reisighaufen und Nisthilfen einen äußerst wertvollen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Sowohl für die Artenvielfalt im Tier- als auch im Pflanzenreich ist diese Fläche ein enormer Gewinn. Neben unterschiedlichsten Insektenarten beheimatet sie zum Beispiel verschiedene Brutvögel, kleine Säugetiere und Zauneidechsen.

Künstliches Licht kann Wildtiere in Stress versetzen

Trotz der ringsum aufgestellten Hinweisschilder der Stadt beobachtet der Jagdpächter und vom Landkreis Ludwigsburg bestellte Wildtierschützer Hans-Otto Härle, dass die Wiesenareale bei Tag und Nacht (zumeist auch noch mit künstlichem Licht) abseits der Wege begangen werden. Dieses künstliche Licht und die Störung lösen bei den dortigen Vögeln, Feldhasen und Rehen Stress aus und wecken den Fluchtinstinkt. Beides kostet die Tiere gerade im Winter unnötig viel Energie, die sie – um in freier Wildbahn zu überleben – dringend benötigen.

Feldhasen, die dadurch bei der nächtlichen Nahrungsaufnahme gestört werden, haben langfristig mit Magen- und Darmentzündungen zu kämpfen, die tödlich enden können. Die hiesigen Jagdpächter Thomas Glaser und Hans-Otto Härle bitten daher um Rücksichtnahme zum Wohl der Wildtiere.

Fuchsräude im Bereich des Langen Feldes festgestellt

Viele der Spaziergängerinnen und Spaziergänger, die daraufhin angesprochen wurden und die Hintergründe erläutert bekamen, reagierten verständnisvoll. Ein kleiner Teil aber hat wenig Einsehen. Deshalb werden alle Personen – ob mit oder ohne Hund – darum gebeten, die Wege im Gewann Steingrube nicht zu verlassen und die Fläche nicht als Hundespielwiese zu nutzen. Der Vollständigkeit halber weist die Stadtverwaltung an dieser Stelle darauf hin, dass die Missachtung der Leinenpflicht mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Es wird darum gebeten, auf das Wohl der Wildtiere in der Steingrube Rücksicht zu nehmen, wie man es sich auch für das eigene Tier wünscht.

Aktuell wurde zudem wieder Fuchsräude im Bereich des Langen Feldes, westlich der Bahnlinie, festgestellt – eine für Hunde und Katzen hochgefährliche Krankheit. Hunde sollte man in diesem Bereich besser an der Hundeleine oder einer Langleine ausführen, um Fuchskontakte zu vermeiden. Kranke Wildtiere, die keine Scheu vor Menschen haben und kein Fluchtverhalten zeigen, dürfen nicht angefasst oder gestreichelt werden, sondern sind der Polizei zu melden. Diese benachrichtigt anschließend die Jagdpächter.

Die Stadtverwaltung bedankt sich im Voraus für das Verständnis und die Beachtung zum Wohle der heimischen Wildtiere.

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