Neue Attraktionen sollen die Ravensburger Kinderwelt beleben. Das neue Herzstück ist ein großer Kletterparcours. Der Umbau ist in den letzten Zügen.
Kornwestheim - Natürlich werde sie das Verrückte Labyrinth selbst ausprobieren, sagt Sandra Schneckenburger und lacht. „Sonst kann ich das doch gar nicht richtig beurteilen.“ Im Hintergrund eilen Schreiner und Montagearbeiter an den Bildern von Gespenstern und Prinzessinnen vorbei. Netze sind gespannt, die Röhrenrutsche angebracht, Brücken verbinden quadratisch-bunte Spielelemente und Türme miteinander. Es ist ein gewaltiges Verrücktes Labyrinth, das da zur Zeit im zweiten Stock der Kinderwelt Kornwestheim im Wettecenter entsteht – 17 Meter breit, elf Meter tief. Die Röhren, Gänge und Kletternetze verbinden dabei rund 20 Spielstationen miteinander.
Vorbild ist, natürlich, das berühmte Brettspiel von Ravensburger. „Die einzelnen Spielstationen und Elemente lassen sich nicht wie in dem Original-Spiel verschieben“, sagt Schneckenburger. „Aber labyrinthartig angelehnt sind sie dennoch“, ergänzt sie. Auch die Farben und Figuren, die an die Wände gedruckt sind, sind eng an das Brettspiel angelehnt.
Sandra Schneckenburger, 45 Jahre alt, ist die Leiterin des Teams der Agentur Ravensburger Freizeit und Promotion. Sie hat den neuen Kletterparcours mitkonzipiert und leitet dieser Tage auch den Umbau in der Kinderwelt. Etwa zehn Tage dauert er, Teile der Kinderwelt sind währenddessen gesperrt. Zusätzlich zum Verrückten-Labyrinth-Kletterparcours wird es ein Plitsch-Platsch-Pinguin-Karussel für Zwei- bis Vierjährige geben, das Tip-Toi-Lernsystem wurde verlegt und erweitert, die Spiel- und Leselounge in andere Räume integriert, um Platz zu schaffen.
Am Donnerstag kommt noch der TÜV vorbei, nimmt die neuen Spielattraktionen ab, baurechtliche und Brandschutz-Fragen sind bereits mit den Ämtern geklärt. Und am Freitag geht es dann los: Dann werden das Verrückte Labyrinth und das Plitsch-Platsch-Pinguin-Karrussel für alle Besucher der Kinderwelt bereit stehen.
Der Umbau ist mehr als „nur“ die Integration neuer Attraktionen in die Kinderwelt. Sie soll ein großer Wurf werden und basiert auf einer Marktforschung im vergangenen Jahr. Demnach wünschen sich die Besucher mehr Angebote für jüngere Kinder, außerdem mehr Möglichkeiten zum Toben und Klettern – Action eben, wie sie nun der neue Parcours möglich machen soll.
Das soll neue Besucher und Wiederholungsbesuche bringen und somit die Bilanz der Kinderwelt verbessern. Der Indoor-Spielpark wird zwar von Ravensburger betrieben, doch er ist ein städtischer Eigenbetrieb, entstanden auch aus der Idee heraus, die Ansiedlung eines großen Spielcasinos im Wette-Center zu verhindern.
500 000 Euro Abmangel pro Jahr hat die Stadt ohnehin für die Kinderwelt eingeplant. Allerdings betrug das Minus zuletzt rund 200 000 bis 300 000 Euro mehr. Das sorgt in der Stadt, die immerhin einen Sparkurs fährt, immer wieder für Kritik.
Sandra Schneckenburger jedenfalls ist vom aktualisierten Konzept überzeugt. Sie hat mit ihren Team schon an vielen ähnlichen Projekten mitgearbeitet, für Ravensburger oder als Auftragsarbeit. „Daraus gibt es Erfahrungswerte, was funktioniert“, sagt sie und hofft auf eine „lange Verweildauer“ im Verrückten Labyrinth.
Ihre Lieblingsstation in dem neuen Kletterparcours? Sie mag die Brücken, betont Schneckenburger. Sie sind geschickt in die Umgebung eingebunden und erhöhen so die Netto-Größe des Spielgeräts – etwa, indem sie über die Toilettenzugänge hinweg führen. „Von den Brücken aus können die Kinder andere Menschen beobachten, die in der Kinderwelt unterwegs sind.“
Übrigens: Auch Erwachsene dürfen in das Verrückte Labyrinth. Sie müssen sogar, wenn sie kleinere Kinder unter vier Jahren begleiten. „Die Spielstationen hier können auch für Erwachsene herausfordernd sein“, sagt Schneckenburger lachend mit Blick auf den nahen Kletterbaum – „da sollte man nicht zuviel Höhenangst haben.“