Ein Controller soll sich in Korntal-Münchingen künftig auch um die Finanzlage der Kommune kümmern. Foto: dpa

Spätestens von Sommer an soll in Korntal-Münchingen ein Controller in der Verwaltung auch auf die Kosten achten. Damit ist die Kommune nicht allein: In Ditzingen gibt es ein Amt für Finanzen und Controlling.

Korntal-Münchingen - Die „aktuell schwierige Haushaltssituation“ und die „prognostizierte Neuverschuldung“ in den nächsten Jahren sind die Gründe dafür, dass Korntal-Münchingen auf Antrag von CDU, SPD und Grünen einen Verwaltungscontroller einstellen will. Das soll spätestens Mitte dieses Jahres geschehen.

„Das Controlling gewinnt in den vergangenen Jahren auch in der öffentlichen Verwaltung immer mehr an Bedeutung“, sagt der Erste Beigeordnete Alexander Noak. Die Aufgaben nähmen stetig zu und würden komplexer. Zugleich verschlechterten sich die finanziellen Rahmenbedingungen. Ein Controller soll „die Verwaltungsarbeit optimieren“, damit die steigenden Herausforderungen besser bewältigt werden können.

Erst sollen Ziele definiert werden

Laut den Anträgen der Fraktionen soll der künftige Controller im Rathaus zum Beispiel „die Fachämter bei Planungen und Projektabwicklungen begleiten und beraten“ sowie Personalbedarf, Vergaben oder Betriebsabläufe prüfen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats haben sich die Kommunalpolitiker darauf geeignet, zunächst in einem Workshop ein Konzept zu erarbeiten. Die Verwaltung will mit Vertretern der Gemeinderatsfraktionen klären, welche Ziele die Stadt erreichen will – und danach prüfen, ob die Ziele auch realistisch sind. Auf dieser Grundlage formuliert die Verwaltung dann das Profil des Controllers und schreibt die Stelle aus. „Wenn alle das Konzept mittragen, fällt die Entscheidung leichter, die Stelle des Verwaltungscontrollers zu besetzen“, sagt der Bürgermeister Joachim Wolf.

Controller sind nicht immer beliebt

Korntal-Münchingen wäre damit die zweite Kommune im Strohgäu mit einem Controller, wie er in privatwirtschaftlichen Unternehmen üblich ist. Ditzingen beschäftigt seit dem Jahr 2002 einen. Zuerst hatte die Stadt die Stabsstelle Controlling eingerichtet, bevor sie drei Jahre später das Amt für Finanzen und Controlling schaffte. Dort arbeiten derzeit 14 Mitarbeiter. „Wir haben uns schon früh damit auseinandergesetzt, wie wir die Verwaltung effizienter und wirtschaftlicher aufstellen können“, sagt der Sprecher der Stadt Ditzingen, Guido Braun.

In der Privatwirtschaft gehören Controller nicht immer zu den beliebten Mitarbeitern. Denn Chefs berufen sich bei geplanten Einsparungen und Entlassungen gerne auf die Zahlen des Controllings. Auf der anderen Seite haben Controller einen so tiefen Einblick in einen Betrieb, wie ihn die wenigsten Mitarbeiter je erhalten.

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