Im vergangenen Jahr hatte das Museum noch zur Ausstellung mit dem Titel „Brandgeschichten“ eingeladen – nun gibt es unfreiwillig ein weiteres Kapitel Foto: Horst Rudel

Die Dauerausstellung im Kornhaus ist wegen Brandschutzarbeiten bis auf weiteres geschlossen. Wann sie wieder eröffnet, ist noch ungewiss.

Kirchheim - Die Zukunft der Ausstellungen zur Kirchheimer Stadtgeschichte im Kornhaus ist mit vielen Fragezeichen versehen. Weil der Brandschutz des Hauses auf den neuesten Stand gebracht werden muss, ist die Dauerausstellung in den oberen zwei Dachgeschossen des Kornhauses von Anfang August an geschlossen. Die Städtische Galerie, die sich im Erdgeschoss des Gebäudes befindet, bleibt aber weiterhin geöffnet.

Die Türen von den Treppenhäusern in die jeweiligen Etagen werden ebenso erneuert wie die Glasumhausung des Treppenhauses. Außerdem wird die Brandmeldeanlage erneuert. Die Kosten für die Ertüchtigung des Brandschutzes belaufen sich auf insgesamt rund 300 000 Euro. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen die Brandschutzbaumaßnahmen abgeschlossen sein.

Neukonzeption der Dauerausstellung

Eine Wiedereröffnung der Dauerausstellung könnte dennoch erst in einigen Jahren erfolgen, erklärt Joachim Brüser, der Kirchheimer Abteilungsleiter Kultur. Denn zusätzlich zu den Bauarbeiten für den Brandschutz soll eine Neukonzeption der Dauerausstellung erfolgen. „Wir arbeiten seit einigen Jahren an einem neuen Konzept. Es ist ein Riesenprojekt“, erklärt der 36-jährige Stadtarchivar. Zu Beginn des nächsten Jahres solle dem Gemeinderat ein Konzept samt Kosten vorgelegt werden.

Zur Zeit sei es aber noch ungewiss, was genau gemacht werden solle. Die Kernfragen der Neukonzeption drehten sich aber darum, was auf dem Stockwerk zukünftig wie gezeigt werden solle. Mit einer Wiedereröffnung der Dauerausstellung rechnet Brüser frühestens in drei Jahren. Denn mit der Einbringung der Neukonzeption Anfang des kommenden Jahres könne eine Finanzierung frühestens im Haushalt 2018 berücksichtigt werden, erklärt er. Im nächsten Jahr müsse erörtert werden, wie weit der Gemeinderat inhaltlich und vor allem finanziell hinter dem bis dahin gereiften Museumskonzept stehe.

Derzeit befindet sich im ersten Stock des städtischen Museums eine Sonderausstellungsfläche. Im zweiten Stock war bislang die Dauerausstellung der Stadt zu den Themen Kunsthandwerk und Handwerk vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert zu besichtigen. Im ersten Dachgeschoss präsentierte das städtische Museum im Kornhaus archäologische Funde und im zweiten Dachgeschoss erwartete Besucher ein Rundgang durch die Stadtgeschichte vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Ob diese thematische Aufteilung auch in Zukunft bestand haben wird, bezweifelt Joachim Brüser.

Den Besuchern sollen nach dem Umbau weniger Ausstellungsstücke gezeigt werden, die dann aber besser präsentiert werden sollen. Momentan sei das Stadtmuseum sehr vollgepackt. Zukünftig sollten vor allem Highlights wie beispielsweise der Widerholt-Pokal gezeigt werden. „Den werden wir definitiv nicht im Keller verschwinden lassen“, sagt der Stadtarchivar. Der Widerholt-Pokal ist ein goldenes Gefäß, das der Stadtvogt Konrad Widerholt nach dem Dreißigjährigen Krieg der Stadt vermacht hat.

Neue Möbel und Vitrinen

Das Innenleben des Museums soll im Zuge der Neuausrichtung ebenfalls erneuert werden, neue Möbel und Vitrinen stehen ganz oben auf der Wunschliste des Museums. Die derzeitige Einrichtung sei Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichtet worden. „Sie sehen, dass die Sachen dreißig Jahre alt sind“, sagt Joachim Brüser. Durch eine bauliche Neuordnung soll auch eine höhere Flexibilität bei zukünftigen Umbauten innerhalb des Museums ermöglicht werden.