Die Früchte der Kornelkirsche Foto: Fotolia

Markus Strauß, Experte für Wildpflanzen, gibt Tipps: Wildpflanzen sind im Trend. Sie sind umsonst, ehrlich, weder gespritzt noch gedüngt und haben hohe Nährwerte. Heute: Die Kornelkirsche (Cornus mas).

Stuttgart - Der Strauch der Kornelkirsche wächst im Stuttgarter Stadtgebiet häufig in Gärten und Parks, in der Wilhelma stehen in den mediterranen Terrassen uralte Kornelkirschen, hier als kleine Kugelbäumchen gezogen. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass man die jetzt dunkelroten, länglich-ovalen, etwa ein Zentimeter großen Früchte essen kann – und dass diese sehr gesund sind. In diesem Jahr hängen die Büsche, welche im zeitigen Frühjahr noch vor den Forsythien gelb geblüht haben, besonders voll mit den aromatischen Wildfrüchten. Allerdings sollte man nur vollreife Kornelkirschen pflücken und genießen – sie sind dann dunkelrot – und nicht die hellroten, noch sehr sauer schmeckenden, unreifen Früchte.

Standort, Beschreibung, Verwendung: Die Kornelkirsche ist ein einheimisches Hartriegelgewächs und liebt eher kalkhaltige Böden in wärmeren Lagen. Der Strauch besitzt dank der zeitigen Blüte (sehr gute Bienenweide), des schönen Laubs und der Früchte einen hohen Zier-, aber auch Nutzwert. Das überaus harte Holz (es gilt als das härteste Holz Europas und besitzt eine so hohe Dichte, dass es nicht im Wasser schwimmt) wurde traditionell zur Herstellung von Werkzeugstielen, Leitersprossen und für Einlegearbeiten genutzt und hoch geschätzt.
Inhaltstoffe: Die Früchte, die in der österreichischen Volksküche „Dirndeln“ heißen und dort sehr beliebt sind, enthalten 70 bis 90 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm Frucht sowie viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Gerb- und Fruchtsäuren sowie antioxidativ wirkende Anthocyane.
Rezepte: Die süß-säuerlichen Früchte können etwa zu Saft, Fruchtaufstrichen oder Smoothies verarbeitet werden.

Weitere Infos und Rezepte in: Markus Strauß: Köstliches von Hecken und Sträuchern. Hädeke-Verlag. 9,80 Euro.

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