Die Sonnenblumen in Südkorea blühen schon. Kommt nun auch die Sonnenscheinpolitik zurück? Foto: AP

Mit der Sonnenscheinpolitik hatte Südkoreas Präsident Kim den Norden zu besänftigen versucht. Nun sucht sein Nachfolger Moon Jae wieder den Dialog. Der Schlüssel für Frieden liegt aber im Norden, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Südkoreas Präsident hat sein Wahlkampfversprechen gehalten. Er werde den Kontakt mit dem Norden suchen, hatte Moon Jae im Frühjahr erklärt, und einen deutlich weniger konfrontativen Kurs fahren als seine Vorgängerin Park Geun-hye. Mit dem Gesprächsangebot an die Nachbarn jenseits des 38. Breitengrades hat der Präsident den Worten nun also Taten folgen lassen. Das ist ehrenwert, ob es auch erfolgreich sein wird ist allerdings eine ganz andere Frage. Der Schlüssel zu einer friedlichen Region liegt eher in Pjöngjang denn in Seoul. Nach zwei nordkoreanischen Atomversuchen und zahlreichen Raketentests ist die Lage in der Region überaus angespannt.

Wohltuend, aber nicht neu

Gleichwohl ist es wohltuend, wenn wenigstens einer der Akteure versucht, nicht weiteres Öl ins Feuer zu kippen. Allerdings: auch das hatte es schon einmal gegeben. Die so genannte Sonnenscheinpolitik zum Ende des vergangenen Jahrhunderts brachte dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung zwar den Friedensnobelpreis ein, die langfristigen Erfolge hielten sich jedoch in Grenzen. Nicht ohne Auswirkung waren damals wie heute Veränderungen in der US-Administration. Auf den vergleichsweise gesprächsbereiten Bill Clinton folgte vor knapp zwei Jahrzehnten George W. Bush, auf den eher Konsens orientierten Barack Obama nun Donald Trump. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel wird dadurch nicht einfacher.

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