Die olympischen Spiele in Südkorea finden mit Sportlern aus dem Norden statt. Foto: AP

Die Gespräche zwischen Nord und Süd sind wichtig. Es gibt aber noch bedeutenderes, kommentiert Politik-Redakteur Christian Gottschalk. Das Gesprächsangebot der USA wäre eine kleine Sensation – wenn es nicht vom amtierenden Präsidenten käme.

Stuttgart - Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Nach Jahren der heftigsten Provokationen, nach Kriegsgeheul und Raketenabschüssen, nähern sich Nord- und Südkorea wieder aneinander an, und auch aus den USA kommen versöhnliche Töne. Ist der vorolympische Frieden auf der Koreanischen Halbinsel Vorbote zu einer langfristigen Entspannung, unterstützt von der Supermacht USA? Wahrscheinlich nicht – obwohl die ersten innerkoreanischen Gespräche deutlich mehr gebracht haben, als zunächst zu erhoffen war: dass künftig auch Militärgespräche stattfinden sollen, ist ein unerwarteter Erfolg.

Allerdings: Die Menschen in der Region sind das Auf und Ab der Beziehungen gewohnt. Das wirklich Neue in der aktuellen Entwicklung ist das Verhalten der USA. Das Angebot des US-Präsidenten, mit Nordkorea direkt ein Gespräch zu führen, ist eine revolutionäre Abkehr der bisherigen US-Politik. Jahrzehntelang hat Nordkorea auf dieses Ereignis hinregiert. Dass es nun ausgerechnet Donald Trump ist, der den – völlig richtigen – Vorstoß macht, nimmt der Idee leider an Kraft. Die Wechselhaftigkeit des US-Präsidenten ist legendär, was heute gilt, ist morgen Geschichte. In dieser Wechselhaftigkeit sind sich Trump und Kim Jong-un ähnlich. Besser als das bisherige verbale und bewaffnete Geplänkel ist die augenblickliche Situation aber allemal.

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