Die Tübinger Curevac gilt als Erfinder der RNA-Technik. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Erst Bayer, jetzt GlaxoSmithKline: der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac hat die nächste Partnerschaft mit einem Großkonzern vereinbart. Ziel: ein Impfstoff gegen Mutationen

Tübingen - Für die aktuell angelaufene Impfkampagne kommt der Impfstoffhersteller Curevac mit seinem Produkt möglicherweise zu spät, nun nimmt das Tübinger Unternehmen neuartige Coronamutationen ins Visier. Dazu habe man eine Kooperation mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) vereinbart, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwochmorgen. Ziel sei die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs der nächsten Generation. Zuvor hatte Curevac schon eine Zusammenarbeit mit der Bayer AG angekündigt.

„Wir glauben, dass die Impfstoffe der nächsten Generation entscheidend für den anhaltenden Kampf gegen Covid-19 sind“, sagte die GSK-Chefin Emma Walmsley. Allerdings sollen auch die Arbeiten am Impfstoff CVnCoV der ersten Generation durch die Kooperation beschleunigt werden. Er befindet sich momentan in der klinischen Phase 2b/3. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 100 Millionen Dosen auf den Markt kommen. Dazu könne GSK Produktionskapazitäten in Belgien nutzen.

Ideal für den Kampf gegen Mutationen

Anders als die bisher verfügbaren Impfstoffe kann er im Kühlschrank aufbewahrt werden, was den Einsatz in normalen Arztpraxen ermöglichen würde. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert deshalb eine Notzulassung für den Curevac-Impfstoff.

Die neue Kooperation bringt Curevac eine Finanzspritze von 150 Millionen Euro und baut auf einer bestehenden Zusammenarbeit auf. Die Plattform von Curevac sei besonders dafür geeignet, multivalente Impfstoffe zu entwickeln, hieß es. GSK soll bei den neuen Impfstoffen zum alleinigen Zulassungsinhaber werden. Bei der Vermarktung sei lediglich der deutschsprachige Raum ausgenommen.

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