Moderner Jazz und barocke Klänge gehen bei „Il Giratempo“ Hand in Hand. Foto: privat

Jazzfans in Esslingen und weit darüber hinaus dürfen sich auf einen spannenden Herbst freuen: Das Kulturzentrum Dieselstraße startet am 14. September in eine Herbstsaison voller Highlights – der Jazzkeller und Maximilian Merkles Jazzfestival folgen.

Das wird ein spannender Herbst für Jazzfans in Esslingen und weit darüber hinaus: Ende September startet die Herbstsaison im Jazzkeller, Anfang Oktober folgt Maximilian Merkles Jazzfestival, das zahlreiche internationale Größen auf die Bühne bringt. Den Anfang macht jedoch die Dieselstraße, wo bereits am 14. September nach langer Sommerpause wieder gejazzt wird. Manfred Müller, der seit vielen Jahren die Jazzkonzerte im Kulturzentrum in der Pliensauvorstadt organisiert, hat wieder eine ganze Reihe spannender Acts engagiert, die unterschiedliche Facetten des zeitgenössischen Jazz zeigen. Doppelt spannend wird der Dieselstraßen-Jazz, weil Müller nicht nur mit dem Esslinger Jazzfestival kooperiert, sondern auch mit Uwe Schüssler und dessen „Stunde der Kirchenmusik“.

 

Barockmusik neu interpretiert

Diese Zusammenarbeit trägt gleich im ersten Konzert der Herbstsaison Früchte, wenn das Ensemble „Il Giratempo“, die Sopranistin Laila Salome Fischer und der Stuttgarter Saxofonist Magnus Mehl am Samstag, 14. September, um 19 Uhr in der besonderen Atmosphäre der Esslinger Stadtkirche Barockklassiker von Monteverdi, Caccini und anderen interpretieren. „Die Kompositionen zeugen von einem Aufbruch der Musikwelt aus der Enge Venedigs in eine neue Ära, die geprägt ist von Weltoffenheit und Entdeckergeist, getragen von den besonderen Klangfarben von Laute, Gambe und Cembalo“, sagt Manfred Müller. „Der Jazz-Saxofonist und Landesjazzpreisträger Magnus Mehl malt mit seiner filigranen Spielweise diese besondere Barockmusik auf traumwandlerische Art und Weise aus.“ Der Titel dieses Konzerts – „Talkin’ about Barbara“ – ist der Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi gewidmet, deren Kompositionen von der musikalischen Abenteuerlust an der Schwelle zum 17. Jahrhundert zeugen und die an diesem Abend eine wesentliche Rolle spielen werden. Manfred Müller verspricht „ein zeitübergreifendes Klangspektakel, begleitet und beflügelt von einer frühbarocken Bassgruppe“.

Das Peter Evans Trio ist am Mittwoch, 9. Oktober, ab 20 Uhr in der Dieselstraße zu Gast – dieses Konzert ist eine Kooperation mit Maximilian Merkle und seinem Jazzfestival. Der Trompeter Peter Evans hat bereits in den Jahren 2013 und 2016 in Esslingen gespielt, „und er hat die damaligen Zuhörerinnen und Zuhörer schlichtweg umgehauen“, wie sich Manfred Müller noch immer gern erinnert. Evans werden Spieltechniken nachgesagt, die unter Trompetern alles andere als selbstverständlich sind. Sein Horizont reicht weit über den Jazz hinaus bis hin zu Improvisationen und zeitgenössischen Kompositionen.

Jazzen zwischen den Jahren

Die Tobias Becker Bigband hat sich am Montag, 28. Oktober, ab 20 Uhr in der Dieselstraße angesagt – veranstaltet wird das Konzert vom Jazzfestival Esslingen. „Komplex sich windende, versonnene Minimal-Art-Begleitungen, massige Akkord-Gewitter oder auch mal Breitwand-Glanz fürs große Kino“ hat der Jazzkritiker Ulrich Olshausen diesem Ensemble bescheinigt. Als vorgezogenes Weihnachtspräsent präsentiert das Kulturzentrum den Jazzfans dann am Sonntag, 15. Dezember, um 20 Uhr den norwegischen Pianisten Ketil Bjørnstad, den Manfred Müller überaus schätzt: „Sein melodiöses Spiel fußt ebenso auf Elementen der europäischen Konzertmusik wie auf einem großen, durch den Jazz inspirierten Improvisationsvermögen.“ Und mit Jakob Bänsch und Sebastian Sternal sowie Rainer Böhm und Norbert Scholly stellen sich am Sonntag, 29. Dezember, um 20 Uhr unter dem Motto „The Art of Duo“ gleich zwei Duos in einem Doppelkonzert in der Dieselstraße vor.

Karten für alle Konzerte unter: www.dieselstrasse.de und an der Abendkasse