Alt-OB Wolfgang schuster wirbt eindringlich für den Neubau einer Veranstaltungshalle. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Sonst hält er sich zurück. Aber nun hat sich Wolfgang Schuster mit Vehemenz in die Lokalpolitik eingemischt. In einer Rede hat er gemahnt, bei dem Projekt endlich zu handeln.

Der Ort und der Zeitpunkt waren sicher kein Zufall. Beim Abschied von Andreas Kroll, der 21 Jahre lang fürs Veranstaltungsgeschäft der Stadt zuständig gewesen ist, war jeder da, der sich auskennt, wie man Menschen unterhält, und was es dafür braucht. Und als gewiefter Politiker weiß der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, was er sagt, wie er es sagt, und vor allem, wo und vor wem er es sagt, damit es Gehör findet.

 

Normalerweise sind solche Ratschläge seine Sache nicht, doch offenbar fand er es nötig in der Liederhalle in die Bütt zu treten und sich einmal ins Tagesgeschäft einzumischen. Wobei, wenn man Bauprojekte in Stuttgart so anschaut, dann handelt es sich bei einem Ersatz für die Schleyerhalle eher um ein Jahrzehnt-Geschäft. Deshalb müsse man jetzt auch endlich handeln, findet er, sonst sei der Markt in Süddeutschland im Veranstaltungsgeschäft verteilt. Mit der SAP-Arena in Mannheim, neuen Hallen in Frankfurt und München.

Die Laudatio auf Kroll nutzte Schuster, um die anwesenden Bürgermeister Peter Pätzold (Bauen) , Clemens Maier (Ordnung/Sport) und Thomas Fuhrmann (Wirtschaft/Finanzen) sowie die Stadträte zu mahnen, mit einem Neubau voranzukommen. Er erinnerte an die Anfänge der Schleyerhalle als Radrennbahn, „dann dachten wir, wenn man das schon dort hinbaut, können wir ein Dächle drauf machen, und dann auch noch Zuschauer reinlassen, und den großen Innenraum könnten wir auch noch nutzen.“

Gesagt, getan. 1983 wurde die Schleyerhalle fertig. Und sie ist damit nun für eine Veranstaltungshalle im sehr hohen Alter von 43 Jahren. Nun brauche es Ersatz, modernen, zeitgemäßen. „Wegen der Attraktivität für die Bürger, um mehr Touristen gewinnen zu können, für die Wertschöpfung und mehr denn je als Standortvorteil.“ Da müsse die Stadt nun mit großen internationalen Playern im Veranstaltungsgespräch reden, ob sie die Halle bauen und betreiben wollen. Etwa wie Berlin und Hamburg mit der Anschutz Group, die dort Hallen managen. Das ist für Schuster der Weg, den man gehen müsse.

Schuster ist für eine Kooperation mit internationalen Betreibern

Und weil er da immer noch so tickt wie früher, als - wie Kroll sagte – man „mit zwei Anliegen zu ihm ins Büro kam und mit vier neuen Aufgaben wieder raus“, führt er im vertraulichen Gespräch hinterher auch noch sehr detailliert aus, wie er das handhaben würde und wie man das machen könne, damit es zügig funktioniert. Man darf gespannt sein, ob die Lokalpolitik zugehört hat.