Nachdem es im Juni verschoben werden musste, gaben die Sportfreunde Stiller Dienstagabend ein Nachholkonzert. Der Regen machte eine kurze Pause, und Peter rief die Fans dazu auf, an die Demokratie zu glauben. Konzertkritik und Setlist.
Der Regen hat am Dienstagabend ein Einsehen: Pünktlich um sechs Uhr lässt er nach, und sogar ein paar Sonnenstrahlen schaffen es zwischen die grauen Wolken hindurch, bevor das Konzert der Sportfreunde Stiller startet.
Schnell entsteht die typische Festivalatmosphäre auf der Freilichtbühne Killesberg: Der Geruch von Pommes und Bratwürsten hängt in der Luft, Freunde haben sich verabredet, die Zeit reicht noch für einen Plausch. Zahlreiche Kinder sind mitgekommen, laufen gut gelaunt hin und her. Schließlich ist am Mittwoch der letzte Schultag vor den Sommerferien gewesen, also kann man auch mit zehn Jahren auf ein Konzert gehen. Irgendwann an diesem Abend wird man sich fragen, wer mehr Spaß hat – die Eltern oder die Kinder? Die Sportis scheinen alle Altersstufen gleichermaßen zu begeistern.
Immer noch viel Humor
Nach dem Auftritt des Support Acts Telquist folgt ein kurzer Umbau – und dann starten die Sportfreunde ihr Konzert mit „Ibrahimovic“, einem Song von ihrem letzten und achten Album „Jeder nur ein X“ aus dem Jahr 2022. Es wurde damals von den Fans sehnsüchtig erwartet, da überhaupt nicht klar war, ob es jemals kommen würde. Schließlich hatte die Indie-Band eine jahrelange Pause eingelegt.
Noch bevor der Song zu Ende ist, hat das Trio das Stuttgarter Publikum in seinen Bann gezogen. Die Sportfreunde Stiller haben immer noch die gleiche Bühnenpräsenz, sind immer noch die sympathischen und witzigen Musiker, als die man sie kennt. Acht Jahre ist es her, dass sie das letzte Mal am Killesberg aufgetreten waren.
Das war, bevor es zwischen den Bandmitgliedern gekracht hatte, erinnert sich Peter Brugger, der auch an diesem Abend seine ikonische Plastikschirmmütze trägt. Aber sie würden nicht nur die mehrjährige Pause mit Stuttgart in Verbindung bringen, auch den Wiederbeginn der Band, da sie in Stuttgart wieder ihr erstes Tour-Konzert gaben.
Kompliment darf nicht fehlen
Wer die Band an diesem Dienstagabend live sieht, wie sie das Publikum mitreißt, glaubt nicht, dass es jemals eine Pause gab. Nach 2023 gehen sie mit „Jeder nur ein X“ erneut auf Tour, singen zahlreiche Hits, die in den 28 Jahren der Bandgeschichte entstanden sind, wie etwa „Applaus, Applaus“, „Ein Kompliment“, „Hymne auf dich“, und Rüdiger Linhof, genannt Rüde, wandelt „New York, Rio, Rosenheim“ kurzerhand in „New York, Rio, Stuttgart“ ab. Die Drei haben weiterhin Humor und diese gesunde Portion Selbstironie. Wie unkompliziert sie sind, wird deutlich, als Peter Brugger sich bei „Ich, Roque“ unter die Fans mischt, obwohl der Regen wieder eingesetzt hat.
Zwei Zugaben und eine Erklärung
Nach 17 Songs wollen sie sich verabschieden. Nichts da, denken sich die Fans und rufen sie mit lauten Zugabe-Rufen zurück. Das Konzert ist vollgepackt mit guter Laune und so singen sie vier Zugaben. Danach ist aus dem Publikum zu hören: „Wir lieben euch!“