Curse ist nach mehr als sechs Jahren wieder live in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Rap, Soul und Lebenshilfe: Curse hat im Wizemann sein Publikum begeistert. Setlist, Bilder und Kritik vom Konzert.

„Jetzt hörst du wieder diese Stimme“, mit diesen Worten betritt Curse die Bühne im Club des Wizemanns. Das Publikum jubelt, sechs Jahre war er weg, im vergangenen Jahr kam er mit neuem Album und EP zurück – und an diesem Samstagabend wirkt es im mit 550 Konzerttickets ausverkauften Saal als wäre er nie weg gewesen.

 

Auch auf seinem neuen Album zeigt er, weshalb er seit 25 Jahren als einer der größten Storyteller des Deutschraps gilt. Auf dem Album „Unzerstörbarer Sommer“ geht es um Teenagerliebe, ums Erwachsenwerden, das Streben nach Erfolg und die Rückbesinnung auf das, was eigentlich wichtig ist. Dem Sohn ein Pausenbrot zu schmieren zum Beispiel. Oder einfach mal nur zu sein. Ein wenig Lebenshilfe schwingt immer mit. So ist das bei Curse, der nicht nur Rapper, sondern auch systemischer Coach, Yoga- und Meditationslehrer ist.

Prägnante Stimme, soulige Beats

An diesem Abend aber geht’s um Hip-Hop. Die Beats sind gewohnt soulig, die Stimme prägnant. Es dauert keine zwei Takte, da fliegen die Arme im Saal nach oben, es wird mitgerappt und mitgetanzt – auch wenn Curse immer wieder versichert, es geschehe hier alles auf freiwilliger Basis. „Wenn ich euch zu etwas auffordere, müsst ihr nicht mitmachen, ihr könnt auch einfach chillen“. Doch sie wollen. Die Altersstruktur ist 40 plus, Wegbegleiter des in Minden geborenen Rappers. Manche haben sogar ihre Kinder mitgebracht. Die erregen gleich zu Anfang die Aufmerksamkeit des Rappers. Er fragt, ob ihre Ohren auch ausreichend geschützt seien. „Wenn es zu laut ist, gebt Bescheid, dann besorgen wir Gehörschutz.“

Den „Scheiß der Welt“ vergessen

Im Wizemann wechseln sich die neuen Lieder mit Klassikern wie „Widerstand“ und „Was du bist“ ab. Zwei Stunden solle das Publikum den „Scheiß der Welt“ vergessen. Statt einer Wall of Death gibt’s zum Song „Lass uns doch Freunde sein“ eine Crowd of Love.

„Es ist so schön, dass ihr nicht nur anwesend, sondern auch wirklich da seid“, sagt der Rapper immer wieder, bevor das Lied „Sonne“ das große Finale bildet. Es ist aber noch nicht das Ende des Konzerts, denn das Publikum fordert noch einige Zugaben ein. Für die letzten beiden holt er seinen Support-Act Galv auf die Bühne – ein energiegeladener Schlussakt, nach dem ein sichtlich glücklicher Curse ein ebenso glückliches Publikum in die Nacht entlässt.

Curse: Setlist in Stuttgart

  • Die Stimme
  • Rakim
  • Denk an mich
  • Warum nicht
  • 1994
  • Snapshots
  • Widerstand
  • Was du bist
  • Überdosis Tee
  • Rap
  • Und was ist jetzt
  • Bei mir
  • Tatooine
  • Lass uns doch Freunde sein
  • Avocado Toast
  • Sonne
  • Firmament
  • Hassliebe
  • 10 Rap Gesetze