Lena Meyer-Landrut bei ihrem Auftritt am Freitagabend im Stuttgarter Club Wizemann Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky

Die Eurovision-Siegerin Lena Meyer-Landrut versucht sich im ausverkauften Stuttgarter Wizemann als erwachsene Künstlerin – nicht immer mit Erfolg.

Stuttgart - Bei ihrem ausverkauften Konzert im Wizemann wird schon nach einer Handvoll Songs deutlich: Es ist nicht leicht, in Lenas Haut zu stecken. Für die einen wird sie immer das Eurovision-Mädchen bleiben, das 2010 für Deutschlands zweiten Erfolg beim Grand Prix gesorgt hat. Für die anderen ist sie schon seit Jahren eine eigenständige Künstlerin, die um Anerkennung ringt.

Und daran auch immer noch zu knabbern hat: Sieben Jahre nach ihrem Triumph mit „Satellite“ ist von der alten Lena nicht mehr viel übrig – und von den großen Hallen auch nichts; dafür präsentiert sie bei einer reduzierten Show ein erwachsenes Selbstbild, das sie wahrscheinlich selbst von sich sehen will: Background-Sänger, Streicher, viel Interaktion mit dem immer noch auffallend jungen Publikum. Eine Lena-Nabelschau, wie sie ehrlich wirken soll, aber leider sehr vorhersehbar ist.

Scheinbar introspektive Ansagen werden schnell zum Schema F, zwischen ihren frühen Erfolgen und ihrem mühsam erarbeiteten Status als Künstlerin liegen Welten. All das funktioniert deswegen nur streckenweise, weil eben diese zurückgenommene Show eines offenbart: Ihre Songs sind einfach nicht stark genug, um als dauerhafter Eintrag im Pop-Kanon verewigt zu werden. Da helfen auch die Weihnachtslieder am Ende nicht.

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