Die achtköpfige Gruppe aus Erlangen zelebriert ein Mittelalter-Rock-Spektakel vom Feinsten – auch wenn echter Met fehlt. Bilder, Setlist und Kritik vom Konzert in den Wagenhallen.
Männer in Ritterkostümen, leicht bekleidete Frauen, und dann noch Lieder wie der „Bastard von Asgard“: Das Konzept der Mittelalter-Rockband Feuerschwanz wirkt auf den ersten Blick fast schon etwas aus der Zeit gefallen. Doch die achtköpfige Gruppierung aus Erlangen ist angesagt wie eh und je.
Nachdem ihr neues Album „Knightclub“ direkt auf Platz eins der deutschen Albumcharts gesprungen war, präsentierten Feuerschwanz nun in den Stuttgarter Wagenhallen ihr mittlerweile zwölftes Werk. Doch es waren vor allem ihre Klassiker, die am Samstagabend für ausgelassene Partystimmung sorgten.
Pyrotechnik ohne Ende
Den Anfang des Abends machte aber die irische Band „Miracle of Sound“. Musikalisch kam die Gruppe rund um Mastermind Gavin Dunne dem Hauptact schon ziemlich nahe, doch verglichen mit der Show, die später noch folgen sollte, war es eher ein gemächliches Warmspielen des Publikums.
Ganz anders bei Feuerschwanz: Nachdem der Vorhang gefallen war, legte das Oktett vom ersten Song an eine feurige Show ab – und das wörtlich gemeint: Schon bei „Drunken Dragon“ gingen die Feuerfontänen an, später übernahmen die beiden Schildmaiden Yennefer und Hela mit Flammenprojektoren. Doch heiß wurde dem Publikum nicht nur von der Pyrotechnik.
Mitmachsongs und Überraschungselemente
Geradezu meisterhaft beherrschen es Feuerschwanz, Partystimmung zu verbreiten und die Menge zum Mitmachen zu bewegen. Was natürlich auch an ihren Liedern liegt: Songtexte wie „Komm, wir reiten in die Schlacht, feiern heute Nacht, im Knightclub“ bedürfen nicht groß weiteren Motivationsreden.
Und sie eignen sich auch, um bekannte Showelemente neu zu definieren. Die Wall of Death, bei der sich die Menge in zwei Hälften teilt und schließlich aufeinander losstürmt, wird bei Feuerschwanz zum „Schubsetanz“, gepaart mit den Zeilen „Wie einst Moses teilte das Meer, doch bitte knüppelt euch nicht allzu sehr“.
Die Stimmung in den ausverkauften Wagenhallen ist allerdings keineswegs feindlich, vielmehr lassen sich die Menschen auf dieses wilde Mittelalter-Spektakel ein. Und Feuerschwanz haben alles im Repertoire, um die Party weiter anzufachen. Plötzlich stehen sie mitten in der Menge und legen eine Akustikeinlage ein, dann schleichen sie sich wieder nach vorne und fordern die „vollkommene Eskalation“.
Circle Pit mit dem Sänger
Violinistin Johanna von der Vögelweide begibt sich zwischenzeitlich auf den Ritt mit dem Drachenboot über die Menge (andere würden von einem normalen Schlauchboot sprechen), während die beiden Sänger Hauptmann und Hodi vorne „Die Hörner Hoch“ heben. Echten Met sucht man trotz der vielen Anspielungen in den Wagenhallen allerdings vergebens.
Für die Zugabe lassen sich Feuerschwanz dann ziemlich lange bitten, diese wird dafür umso epischer. Den Song „Rohirrim“ singt Hodi vor der Bühne, während die Menschen einen Circle Pit um ihn herum lostreten.
Beim „Elften Gebot“ hat dann Hauptmann, der Gründer der Band, seinen großen Auftritt, nachdem er zuvor oft im Schatten von Nebenmann Hodi gestanden war. Es war der finale Akt eines Gelages, das gut und gerne noch bis zum Morgen hätten weitergehen können, ohne langweilig zu werden.
Setlist: Feuerschwanz in den Wagenhallen
1. Drunken Dragon
2. SGFRD Dragonslayer
3. Memento Mori
4. Untot im Drachenboot
5. Knightclub
6. Bastard von Asgard
7. Name der Rose
8. Ultima Nocte
9. Schubsetanz
10. Kampfzwerg
11. Testament
12.Berzerkermode
13. Sam The Brave
14. Metfest / Hurra Hurra die Pest ist da / Name der Rose / Das niemals endende Gelage (Akustik)
15. Metnotstand im Märchenland
16. Die Hörner Hoch
17. Dragostea Din Tei
18. Valhalla
19. Rohirrim
20. Das Elfte Gebot