In der voll besetzten Esslinger Frauenkirche begeisterte „Singebration“ die Zuhörer mit zündenden Melodien. Foto: kell

Der Chor „Singebration“ begeisterte in der Frauenkirche sein Publikum. Der Erlös des Benefizkonzerts fließt dem Esslinger Verein „Rückenwind“ zu.

Der charismatische Sänger und Dirigent John Outland hat den Esslinger Chor „Singebration“ 2001 gegründet und ihn bis zu seinem unerwarteten Tod im Jahr 2023 als Chorleiter, Motivator und Choreograf den Stempel aufgedrückt. Sein Credo „Singen ist ernsthafter Spaß“ prägt den Chor, der sich souverän zwischen Musicals, Filmmelodien und aktuellen Hits bewegt, bis heute.

 

Outlands Tod riss bei Singebration eine große Lücke, doch nach einer Zeit des Suchens fand man in Katharina Campos Aquino eine Chorleiterin, die John Outlands Vision aufnahm und durch neue Elemente erweiterte. Die Chemie zwischen den Sängerinnen und Sängern und der neuen musikalischen Chefin scheint zu stimmen, wie am Samstagabend das Benefizkonzert in der Esslinger Frauenkirche zeigte.

Esslinger Chor spendet an Inklusionsverein

Mit einem mitreißenden Programm voller musikalischer Höhepunkte stellte sich Singebration in den Dienst einer guten Sache: Der Spendenerlös des Konzerts kommt „Rückenwind“ zugute. Der Esslinger Verein, der sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzt, möchte insbesondere pflegende Mütter und Väter mit behinderten Kindern stärken. Die Vorsitzende Ursula Hofmann stellte Rückenwind vor und bedankte sich beim Chor für den engagierten Einsatz.

Stimmungsvoll begann das Konzert in der voll besetzten Frauenkirche. Beim feierlichen Einzug ins Kirchenschiff trugen die Choristen Kerzen in den Händen, und im Zusammenspiel von fantasievoller Illumination und den packenden Tonsequenzen von „Conquest of Paradise“ entwickelte sich sogleich eine besondere Atmosphäre.

Dieser Spannungsbogen hielt über das ganze Konzert, wobei nicht nur die geglückte Programmauswahl ein Pluspunkt war, sondern insbesondere die vor Esprit sprühenden Interpretationen. Kaum einen Moment lang standen die Sängerinnen und Sänger still, stets war Bewegung in der Szene: Der Textgehalt jedes Songs wurde durch eine passende Choreografie unterstrichen. Eine besondere Note brachten die Kinder- und Jugendchöre von Katharina Campos Aquino ein. In harmonischer Abstimmung mit Singebration setzten sie mit ihren hellen Stimmen den Melodien aus „Sister Act“ und dem fetzigen „Sing“ der A-cappella-Gruppe Pentatonix die Krone auf.

Der Motor des Chors Singebration

Ob beim Adele-Hit „Easy on me“, dem rockigen „You’re the Voice“ von John Farnham oder der Filmmusik aus „Der Prinz von Ägypten“ – stets agierte der Chor in Bestform, mit stimmlicher Strahlkraft und einer faszinierenden optischen Performance.

Motor des Ganzen war Katharina Campos Aquino. Sie ist ein wirbelndes Energiebündel, das dirigierte, motivierte, moderierte und überdies das Publikum immer wieder animierte, bei den Songs mitzuklatschen. Und wenn sie in Ennio Morricones „Gabriels Oboe“ zur Geige griff, oder in „I see the Light“ aus dem Disney-Film „Rapunzel“ mit strahlendem Sopran helle Melodielinien zog, gab die versierte Musikerin weitere Kostproben ihrer vielseitigen Talente.

Das mit Patricia Izquierdo Susin (Violine), Reinhard Klay (Violoncello), Yuliia Poluda (Keyboard) und dem Schlagzeuger Stefan Weidner hochkarätig besetzte kleine Orchester sorgte für die Farbigkeit der Interpretationen und gab zudem Singebration ein sicheres instrumentales Fundament.

Zugabe in der Esslinger Frauenkirche

Als der klangprächtige Schlusssong „This is me“ aus dem Film „The Greatest Showman“ verklungen war, gab sich das Publikum noch nicht zufrieden. In der Frauenkirche gab es Standing Ovations, und stürmisch wurde eine Zugabe gefordert. Singebration ließ sich nicht lumpen: Das restlos begeisterte Publikum wurde mit den fetzigen Klängen von „The Time of my Life“ aus dem Film „Dirty Dancing“ in den kühlen Herbstabend entlassen.