Wenn Italopop auf Deutschrock trifft und es für „Stuggi-Mäuse“ ganz viel Amore gibt, ist Mola in der Stadt: Bilder und Kritik vom Konzert im Wizemann.
Isabella Streifeneder, die sich Mola nennt, singt Lieder vom Ende der Einsamkeit, von Sauftouren, von der letzten Kippe, vom Weißwein, der nicht mehr so schmeckt, wie früher, oder von warmen Bier. Sie schimpft ihr Herz einen Lügner, erzählt vom untergehen und davon, dass sie keine Zeit hat oder keine Mama sein will. Mal spielt sie die Zynikerin, mal die Romantikerin, meistens aber beides gleichzeitig.
Molas Hit „Vino Bianco“
Und weil gefühlsmäßig in den Songs der Münchnerin auch sonst ein ziemliches Durcheinander herrscht, ist die Musik, die sie mit ihrer Band am Sonntag im Wizemann-Studio spielt, ebenfalls wunderbar wankelmütig und unberechenbar. Zum Beispiel bei dem Hit „Vino Bianco“, den die Band vor den Zugaben spielt: Bei der Liveversion treffen ein störrischer Beat und eine fiese Grungegitarre unvermittelt auf einen Italopop-Schnulzenrefrain. „Du und ich und Vino Bianco/Ich sitze hier und frag mich quando?“, singen die 250 Menschen im Publikum inbrünstig mit.
Widerspenstige Liebeslieder
Mal borgen sich die Songs die Hypernervosität der Neuen Deutsche Welle („Liebe Brutal“, „Keine Zeit“, „Vielleich bin ich dumm“), mal macht es sich die Band bei Balladen wie „Alles gelogen“ oder „Immer wenn du trinkst“ auf der Deutschrockcouch bequem. Zwischendurch darf „Mama“ twisten oder „Ich mach es kaputt“ sich im Walzertakt drehen. Und immer wieder gibt es Platz für herrlich widerspenstige Liebeslieder – zum Beispiel für „Wenn ich untergeh“ oder „Weil mein Herz ein Lügner ist“.
Stabile Stuggi-Mäuse
Herzlich geht es bei dem Konzert zu – nicht nur weil die Bühnendeko hauptsächlich aus roten Luftballonherzen besteht. „Grazie mille für so viel Amore“, sagt Mola zwischen den Songs. Sie singt zwei Lieder im Publikum, weil sie findet, dass sie auf der Bühne zu weit weg ist von ihren Fans, und macht auch sonst den Besucherinnen und Besuchern gerne Komplimente: „Stuggi-Mäuse, ihr seid für einen Sonntagabend sehr stabil!“