Die mongolische Folk-Metal Band The Hu ist am Samstag in Stuttgart aufgetreten. Bilder und Kritik vom ausverkauften Konzert im LKA/Longhorn.
Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn drängen sich die Fans im ausverkauften LKA/Longhorn und rufen: „Hu!“ „Hu!“ „Hu!“ Was für ein toller Name für eine Metal-Rock-Band das doch ist. Gerufen wird das am Abend noch häufiger. „Hu!“ Das klingt zwar genauso wie der Name einer legendären britischen Band, „Hu“ bedeutet im Mongolischen aber auch Mensch.
„Yuve Yuve Yu“ und „Wolf Totem“
Die Band gilt zwar noch als Geheimtipp. Aber ihr Hit „Yuve Yuve Yu“ bringt es auf Youtube auf 133 Millionen Aufrufe, bei „Wolf Totem“ (mit Jacoby Shaddix von Papa Roach als Gast) sind es 112 Millionen. Beide Songs zählen dann auch zu Höhepunkten der Show in Stuttgart, die der Auftakt der Konzerte ist, die The Hu im Rahmen ihrer „Incarnation World Tour 2025“ in Deutschland geben.
Um 21 Uhr erscheinen die aus der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar stammenden Musiker auf der Bühne. Zu Acht sind Sie gekommen, in der hinteren Reihe E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Percussion, vorne die traditionellen mongolischen Instrumente Pferdekopfgeige (Morin Khuur), zweisaitige Laute (Tovshuur), Flöte (Tsuur) und Maultrommel (Tumur Khuur).
Metal-Riffs und hypnotischer Folk
Metal-Riffs ergänzen folkloristische Klänge, Schlagzeug und Trommeln stampfen, wenn die Geige wiehert – und das knapp eineinhalb Stunden lang. Hinzu kommt ein archaisch anmutender tief-raunender Untertongesang, der bis ins Mark dringt, psychedelisch-beschwörend, als begleite man die Band bei tagelangen Ritten durch die Steppe. Eines ihrer ruhigeren Lieder heißt „The Great Chinggis Khaan“. Volksverbundenheit ist ihr Thema. Kaum möglich, sich von ihrem Raunen und Rocken nicht einnehmen zu lassen, und nicht die Bilder einer unendlichen Felsenwüste vor Augen zu haben. Selbst das Klappern der Hufe ist zu hören. Hunna Rock nennen sie das.
Iron Maidens „The Trooper“ auf Mongolisch
„Stuttgart, you rock!“, ruft Bandleader Galbadrakh „Gala“ Tsendbaatar gegen Ende es Abends. Die Scheinwerfer blitzen auf, grün, weiß und orange, die Hände von Band und Publikum recken gen Himmel, zeigen zuckend den Metal-Gruß. Und zur Freude aller Metalfans haben The Hu auch noch die mongolische Version des Iron-Maiden-Hits „The Trooper“ im Programm. Ansonsten stehen aber eigene Songs vom Debüt „The Gereg“ (2020) und vom aktuellen Album „Rumble of Thunder“ (2022) im Zentrum der Show – darunter auch „This is Mongol“. Nach dem Zugabenteil folgt die große Verneigung, Plektren und Drumsticks regnen ins Publikum – und sie reiten weiter. „Hu!“
The Hu: Konzert-Termine in Deutschland
- 8. Juni Mannheim/Palastzelt Maimarktgelände (Support für Heilung)
- 12. Juni Nürnberg/Z-Bau
- 14. Juni Lingen/EmslandArena (Support für Heilung)
- 15. Juni Braunschweig/Applaus Garten
- 17. Juni Dortmund/FZW
- 1. Juli München/Tollwood Festival (Support für Heilung)
- 5. Juli Königstein/Festung Königstein (Support für Heilung)
- 8. Juli Kiel/Wunderkino Arena (Support für Heilung)
- 12. Juli Saarbrücken/Garage Open Air (Support für Heilung)
Tickets und Infos zu den Konzerten gibt es hier und hier und hier.