Der gesamte EnBW-Vorstand verdiente 2025 mehr als sieben Millionen Euro – Konzernlenker Georg Stamatelopoulos liegt auch beim Gehalt an der Spitze. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Was verdient der Chef eines der größten Energiekonzerne Deutschlands? Die EnBW hat anlässlich ihrer Hauptversammlung die Vergütungen ihrer Vorstände vorgelegt.

Die Vergütung von EnBW-Vorstandschef Georg Stamatelopoulos ist im zweiten vollen Jahr seiner Amtszeit gesunken. Der 56-Jährige erhielt 2025 insgesamt 1,97 Millionen Euro – rund 440.000 Euro weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem Vergütungsbericht hervor, den der Energiekonzern anlässlich der Hauptversammlung am Donnerstag vorgelegt hat.

 

Der Vergütungsrückgang des EnBW-Chefs steht im Kontrast zum operativen Erfolg des Energieversorgers: Die EnBW hat im Geschäftsjahr 2025 mit 5,1 Milliarden Euro ihr Ergebnisziel erreicht und Rekordinvestitionen von 7,6 Milliarden Euro getätigt – 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

So setzt sich das Gehalt des EnBW-Chefs zusammen

Dennoch kassierte Stamatelopoulos im Vorjahr 2024 noch eine Vergütung von 2,42 Millionen Euro – ein Rückgang um rund 18 Prozent. Die Bezüge setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Die erfolgsunabhängige Grundvergütung belief sich auf 1,04 Millionen Euro, hinzu kommen Nebenleistungen wie Dienstwagen oder Versicherungsprämien in Höhe von knapp 8.900 Euro.

Die erfolgsabhängige variable Vergütung machte mit 924.000 Euro knapp die Hälfte der Gesamtbezüge aus. Davon entfielen 531.000 Euro auf die kurzfristige Komponente und 393.000 Euro auf die langfristige variable Vergütung für die Zeit von 2023 bis 2025.

Das verdienen die Vorstandsmitglieder der EnBW

Auch die übrigen Vorstandsmitglieder erhielten 2025 teilweise weniger als im Vorjahr. Thomas Kusterer, stellvertretender Vorsitzender, kam auf eine Gesamtvergütung von 1,75 Millionen Euro (2024: 2,31 Millionen Euro). Vorstandsmitglied Dirk Güsewell erhielt 1,27 Millionen Euro (Vorjahr: 1,68 Millionen Euro).

Thomas Kusterer, stellvertretender Vorsitzender, kam auf eine Gesamtvergütung von 1,75 Millionen Euro. Foto: dpa/Marijan Murat

Deutlich weniger verdiente Peter Heydecker, der erst seit Kurzem dem Vorstand angehört: Seine Gesamtvergütung belief sich 2025 auf 857.000 Euro. Im Vorjahr hatte er als Vorstandsmitglied lediglich 615.000 Euro erhalten. Colette Rückert-Hennen, ebenfalls Vorstandsmitglied, kam 2025 auf eine Vergütung von 1,32 Millionen Euro, nach 1,82 Millionen Euro im Jahr 2024.

EnBW mit positivem Ausblick trotz schwierigem Umfeld

Auf der virtuell übertragenen Hauptversammlung betonte Stamatelopoulos die solide Aufstellung der EnBW: „Das Unternehmen ist insgesamt gesund und ertragsstark, auch in diesen äußerst schwierigen Zeiten.“ Der Energiekonzern beschäftigt rund 31.500 Mitarbeiter und versorgt etwa 5,5 Millionen Kunden.

Die EnBW ist seit 2011 größtenteils im Besitz der öffentlichen Hand: Das Land Baden-Württemberg und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) halten je knapp 47 Prozent der Anteile.

Rekordinvestitionen in Energiewende

Die Investitionen stiegen 2025 auf das Rekordhoch von 7,6 Milliarden Euro. 87 Prozent davon flossen in Wachstumsprojekte, insbesondere in den Ausbau der Strom- und Gasnetze sowie erneuerbare Energien. Mit einem Zubau von 800 Megawatt bei Wind und Solar erreichen die Erneuerbaren mittlerweile 66 Prozent der installierten Leistung. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet die EnBW ein operatives Ergebnis zwischen 4,6 und 5,1 Milliarden Euro.