Die Dekra überprüfte, ob Schnelltestzentren im Land Standards einhalten. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d/Robert Michael

Nach Fällen von Abrechnungsbetrug hatte das Gesundheitsministerium die Dekra beauftragt, Schnelltestzentren im Land zu überprüfen. Die Ausbeute ist überschaubar. Einige wiegen dennoch schwer.

Stuttgart - Die Dekra hat bei Kontrollen von 82 Schnellteststellen im Land vor allem Mängel bei der Datenverarbeitung aufgedeckt. Die Aufbewahrungsfristen der Daten zur Überprüfung der Abrechnung wurden nur von 74 der überprüften 82 Stellen eingehalten, teilte das Gesundheitsministerium unserer Zeitung mit. Ein Beschwerdemanagement hatten nur 64 der 82 Testzentren implementiert.

 

30 000 Ergebnisse online

Das Gesundheitsministerium hatte im Juni die Dekra eingeschaltet, nachdem Unregelmäßigkeiten bei Schnelltestzentren aufgefallen waren. Vor allem Datenschutzverstöße hatten für Schlagzeilen gesorgt. Der Landesbeauftragte für Datenschutz, Stefan Brink, schrieb in einer Stellungnahme zu einem Antrag der SPD-Fraktion im Juni von vier Fällen, in denen mehr als 30 000 Ergebnisse offen oder mit erratbarem Passwort im Internet abrufbar gewesen seien.

Neue Datenlecks dieser Dimension seien derzeit nicht bekannt, teilte die Behörde nun mit. Es würden aber mehrere Fälle geprüft, in denen Testergebnisse einsehbar abgelegt oder beim Versand Tracking- und andere Dienste eingebunden wurden, sodass Gesundheitsdaten bei Dritten landeten. In einer Stellungnahme auf einen Antrag der FDP beschreibt Brink einen Fall, in dem Testzertifikate mit Namen und Adressen offen auf einem Armaturenbrett in einem Auto vor einem Testzentrum lagen.

Mängel bei Abfallentsorgung

Neben dem Umgang mit Daten hatte die Dekra für das Land auch Anforderungen an Hygiene und Infrastruktur sowie die Durchführung der Tests kontrolliert. Hier fielen nur wenige Testzentren auf. Größere Mängel sahen die Prüfer hingegen bei 63 der 82 Teststellen bei der Abfallentsorgung.