Die Polizei hat nach dem Unfall in Oberfranken auch in der Region Stuttgart Reisebusse kontrolliert (Symbolfoto). Foto: dpa

Die Polizei hat nach dem Reisebusunfall auf der A9 auch in der Region Stuttgart zusätzliche Kontrollen angesetzt. Am Dienstag zog sie einen bosnischen Bus mit gravierenden Mängeln aus dem Verkehr.

Stuttgart - Die Verkehrspolizei hat an der Rastanlage Sindelfinger Wald (Kreis Böblingen) auf der A 8 am Dienstag bei einer Kontrolle zwei Reisebusse aus dem Verkehr gezogen. Bei einem davon bestand laut der Polizei Brandgefahr.

„Wir haben eine Schwerpunktkontrolle aufgrund des Unfalls an der Autobahn 9 gemacht“, sagte der Polizeisprecher Peter Widenhorn. Auf der A 9 war bei einem Auffahrunfall ein Reisebus komplett ausgebrannt. Die Verkehrspolizei habe für die kommenden Tage noch weitere solcher Kontrollen angesetzt. Am Dienstag wurden bei einer vierstündigen Kontrollaktion drei Busse gestoppt und überprüft, zwei davon durften nicht weiterfahren.

Hydrauliköl, das auf heiße Bremsen läuft, kann brennen

Besonders brisant waren die Defekte, welche die Polizei bei einem Bus aus Bosnien feststellte. Aus dem vor der Vorderachse sitzenden Lenkgetriebe sei Hydraulikflüssigkeit ausgetreten. Diese habe sich bereits auf dem Fahrzeugboden und im Bereich der Bremsen verteilt. Nicht nur hätte durch diesen Schaden die Lenkung ausfallen können, meldet die Polizei. Es hätte auch noch schlimmer werden können: „Bei einem Unfall oder einem starken Bremsmanöver, wenn die Bremsscheiben heiß werden, hätte hier ein Feuer ausbrechen können“, sagte der Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn. In dem Bus saßen 17 Passagiere, die meisten von ihnen waren Kinder., meldet die Polizei.

Ein griechischer Reisebus durfte nicht weiterfahren, weil die Polizei und die Sachverständigen feststellten, dass die Bremsanlage einen starken Druckverlust hatte. Durch diesen Schaden hätten die Hinterräder des Busses blockieren können. Die Firmen mussten Ersatzfahrzeuge besorgen, um ihre Passagiere ans Ziel zu bringen.

Dass bei der Kontrolle im Zeitraum von 14 bis 18 Uhr lediglich drei Reisebusse überprüft wurden, habe einen einfachen Grund: „Die Kontrollen sind sehr aufwendig. Die Kollegen von der Verkehrspolizei sind zusammen mit Sachverständigen unterwegs, um die Schäden genau feststellen zu können“, erläutert Widenhorn. Die Kontrolle eines einzelnen Fahrzeuges könne mehr als eine Stunde lang dauern. Die Polizei zieht die Busse dabei aus dem fahrenden Verkehr: Polizeifahrzeuge und Polizeimotorräder geleiten die Busse auf die Raststätte, wo die Verkehrspolizei die Kontrollstelle eingerichtet hatte.

Ob aktuell Reisebuskontrollen angesetzt werden, entscheiden die einzelnen Polizeipräsidien. „Wir haben da keine allgemeine Richtlinie herausgegeben“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Die Stuttgarter Polizei hat aktuell keine angesetzt. Das Reutlinger Präsidium kontrollierte zuletzt in der vergangenen Woche Reisebusse auf dem Autohof Kruichling bei Kirchheim (Kreis Esslingen). Dabei wurden bei 13 von 15 Fahrern Verstöße wegen zu langer Lenkzeiten festgestellt. „Bei unseren Großkontrollen wird alles überprüft, Technik, Lenkzeiten, die Personalien und das Gepäck der Passagiere. Technische Mängel sind eher selten“, sagte ein Sprecher des Reutlinger. Präsidiums.

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