Das Milaneo kann für andere Händler neue Konkurrenz bedeuten Foto: Leif Piechowski

Neue Einkaufszentren entstehen, Weltbild schließt seine Filialen: Die Vaihinger Schwabengalerie und das Cannstatter Carré müssen sich für die Zukunft rüsten. Beide Betreiber zeigen sich zuversichtlich, attraktive Geschäfte und viele Kunden zu gewinnen und zu behalten.

Neue Einkaufszentren entstehen, Weltbild schließt seine Filialen: Die Vaihinger Schwabengalerie und das Cannstatter Carré müssen sich für die Zukunft rüsten. Beide Betreiber zeigen sich zuversichtlich, attraktive Geschäfte und viele Kunden zu gewinnen und zu behalten.

Stuttgart - Im Herbst eröffnen in der Innenstadt die neuen großen Einkaufszentren Milaneo und Gerber. Zwei Jahre später soll das Dorotheen-Quartier von Breuninger folgen. Das ist eine Herausforderung nicht nur für viele Einzelhändler, sondern auch für die bestehenden Einkaufszentren. Die Königsbau-Passagen haben sich mit dem Einbau eines großen Gastronomie-Bereichs bereits vor kurzem neu ausgerichtet. Und auch in Vaihingen und Bad Cannstatt hat man einiges zu tun.

Sowohl die Vaihinger Schwabengalerie als auch das Cannstatter Carré verlieren ihre Weltbild-Filiale. Das wichtige Segment Buch fällt damit bei beiden weg. Beide Standorte gehören zu den ersten 24, die nach der Weltbild-Insolvenz im Sommer geschlossen werden sollen. Weitere 29 werden folgen – laut einem Weltbild-Sprecher einige im Herbst, weitere zum Jahresende oder erst im nächsten Frühjahr.

In der Region ist Weltbild noch in den beiden Breuningerländern in Ludwigsburg und Sindelfingen, im Leonberger Leo-Center, in Winnenden und Göppingen vertreten. Ob einige dieser Filialen auf der Streichliste stehen, kann der Sprecher noch nicht sagen. „Es ist aber unser Ziel, ein flächendeckendes Netz zu erhalten“, sagt er. Man schaue sich jede einzelne Filiale genau an. Wesentlicher Gesichtspunkt für die Entscheidung sei die Umsatzentwicklung, aber auch die Frage, wie sich die Nachbarschaft entwickelt.

Die macht derzeit besonders in der Schwabengalerie von sich reden. Fünf Ladenflächen stehen dort leer. Zwar sind jüngst wichtige Geschäfte wie Kaufland, Aldi, dm oder Modepark Röther langfristig gesichert worden, die Verhandlungen mit MediaMarkt ziehen sich allerdings in die Länge. Man könne das derzeit nicht kommentieren, sagt Helmut Koprian, Vorsitzender der Betreibergesellschaft Koprian iQ.

Weltbild bleibe nun voraussichtlich bis Dezember, parallel dazu suche man nach einem neuen Anbieter für Bücher. Die Leerstände erklären sich laut Betreiber auch mit geplanten Umbaumaßnahmen. Wände sollen versetzt, Flächen vergrößert werden. Der Schwerpunkt soll künftig noch mehr auf dem Mode- und Schuhbereich liegen. „Wir rechnen mit dem Baubeginn im Frühjahr 2015“, sagt Koprian. Das hängt aber von der Freigabe der nötigen Mittel durch die Eigentümerin, die Deutsche Fonds-Holding, ab.

Koprian hofft, dass die neue Großkonkurrenz durch Gerber und Milaneo einige Kilometer entfernt sich nicht negativ auf die Schwabengalerie auswirkt. „Die beiden neuen Objekte stärken die Innenstadt“, sagt er. Ähnliches ist im Cannstatter Carré zu hören. „Wir werden das Milaneo in den ersten Monaten schon spüren, glauben aber, dass wir durch unsere Nahversorgungsfunktion für Bad Cannstatt unsere Kunden halten können“, sagt Centermanagerin Anja Seemann. Deshalb wolle man sich künftig auch durch viele Aktionen noch deutlicher lokal ausrichten. Für die Nachfolge von Weltbild liefen Gespräche.

Stadtteilmanager Torsten von Appen wagt derzeit keine Prognose, ob und wie sich die neuen Einkaufscenter auf bestehende Geschäfte auswirken: „Das kann man erst in einem Jahr sagen.“ Im Fall des Gerbers sei aber bereits zu beobachten, dass sich schon vor dessen Eröffnung in der unmittelbaren Umgebung neue Geschäfte ansiedelten. Und auch Koprian hofft auf positive Effekte: „Mancher Mietinteressent sieht sogar Synergien und logistische Vorteile bei einer Anmietung in der Innenstadt und in Vaihingen.“ Die Schwabengalerie, hofft er, werde mit neuer Gestaltung und neuen Mietern schon bald „für die nächsten zehn Jahre neu aufgestellt sein“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: