Viele Ideen für Innovationen holt sich Festo aus der Natur. Das Bild zeigt den Roboternachbau einer marokkanischen Radlerspinne. Foto: dpa / /Julian Stratenschulte

Der Automatisierungsspezialist Festo spürt die konjunkturelle Flaute. Jetzt reduziert das Familienunternehmen die wöchentliche Arbeitszeit für seine Mitarbeiter in Deutschland um bis zu drei Stunden.

Stuttgart - Der Automatisierungsspezialist Festo in Esslingen reagiert auf die schwächelnde Auftragslage und reduziert die wöchentliche Arbeitszeit für Mitarbeiter in Deutschland. Wer in sogenannten direkten Bereichen tätig ist – dazu gehören etwa Produktion und Logistik –, für den reduziert sich von Oktober an die wöchentliche Arbeitszeit um 1,5 Stunden. Wer in der Verwaltung oder der Forschung und Entwicklung aktiv ist – das sind die indirekten Bereiche –, arbeitet künftig drei Wochenstunden weniger.

Entsprechend der Arbeitszeitreduzierung sinkt auch das Gehalt der Mitarbeiter. Die Geschäftsleitung des Esslinger Familienunternehmens und die Arbeitnehmervertreter haben eine Vereinbarung geschlossen, die zunächst bis Ende Dezember gelten soll. Sollte sich die Konjunkturlage nicht aufhellen, soll im November über eine Verlängerung dieses Instrument namens Tarifvertrag Beschäftigungssicherung entschieden werden. Das sagte eine Festo-Sprecherin.

Das Autogeschäft schwächelt

Die Arbeitszeit-Reduzierung gilt an allen deutschen Standorten – also am Firmensitz Esslingen, in Scharnhausen sowie in Rohrbach im Saarland. Betroffen sind hierzulande 11 000 Beschäftigte, wobei etwa ein Drittel der Produktion und Logistik zugeordnet sind. Der Automatisierungsspezialist beliefert eine Vielzahl von Branchen – sie reichen von der Auto-, Elektro- und chemischen Industrie über Medizintechnik bis hin zu Werkzeugmaschinen. Vor allem in der so wichtigen Auto- und Textilindustrie seien deutliche Einbrüche zu verzeichnen, sagte die Sprecherin. Viele Projekte wurden verschoben. Die Einführung von Kurzarbeit sei allerdings kein Thema gewesen, erläutert die Sprecherin. Voraussetzung für Kurzarbeit sei, dass einerseits die Arbeitszeitkonten zunächst heruntergefahren werden müssten und andererseits die Arbeitszeit um mindestens zehn Prozent reduziert werden müsste. Beides sei bei Festo nicht gegeben. Zudem, so ist zu hören, will Festo auch befristet Beschäftigte halten.

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