Aus dem Libanon sind zwei Raketen auf Israel abgeschossen worden Foto: dpa/A2800 epa Hollander

Eine wurde abgefangen, die andere sei in offenem Gelände aufgeschlagen: Aus dem Libanon sind zwei Raketen auf den Norden Israels abgeschossen worden. Als Reaktion habe die Artillerie Ziele im Libanon beschossen.

Tel Aviv - Aus dem Libanon sind zwei Raketen auf den Norden Israels abgeschossen worden. Das Abwehrsystem Eisenkuppel habe eine davon abgefangen, die andere sei in offenem Gelände aufgeschlagen, teilte das israelische Militär am frühen Dienstagmorgen mit. Als Reaktion habe die Artillerie Ziele im Libanon beschossen. In den israelischen Gemeinden entlang der Grenze heulten Medienberichten zufolge zeitweise die Sirenen. Verletzte oder Schäden gab es demnach nicht. Die UN-Friedensmission Unifil kündigte eine Untersuchung an und forderte alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Israelische Armeevertreter sagten, dass sie nach ersten Erkenntnissen davon ausgehen, dass vermutlich Palästinenser die Raketen aus dem Libanon abgefeuert hätten. Dies sei vor dem Hintergrund der instabilen Lage im Land und des aktuell stattfindenden muslimischen Opferfestes Eid al-Adha geschehen.

An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz schrieb am Morgen auf Twitter: „Der Staat Libanon ist verantwortlich für die Raketen, die heute Nacht abgefeuert wurden, weil er Terroristen erlaubt, auf seinem Territorium aktiv zu sein.“ Israel werde nicht erlauben, dass die soziale, politische und wirtschaftliche Krise im Libanon zu einer Sicherheitsbedrohung für Israel werde. „Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Stabilität im Libanon wieder herzustellen.“

Anfang Juli hatte Gantz dem Nachbarland humanitäre Hilfe angeboten. Gleichzeitig hatte der libanesische Regierungschef Hassan Diab mit einem eindringlichen Hilferuf die internationale Gemeinschaft aufgefordert, das Land in der schweren Wirtschaftskrise vor dem Abgrund zu retten.

Israel und Libanon befinden sich offiziell im Kriegszustand. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen. Vor allem die eng mit dem Iran verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sieht in Israel einen Erzfeind.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: